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Kolumbien: Eigentums-verhältnisse und Demokratie

"An der Regierung, aber nicht an der Macht? Kolumbiens linker Präsident Gustavo Petro". Ein Gespräch mit Raul Zelik.

Kolumbien will Import-verbot für Waffen aus Ländern, die "Völker-mord" in Gaza stützen

Der kolumbianische Präsident Petro setzt ein weiteres Zeichen der Solidarität mit den Opfern in Gaza. Kolumbien werde keine Waffen mehr aus Ländern kaufen, die gegen einen Waffenstillstand im Nahostkonflikt gestimmt oder sich enthalten hätten.

"Herr Habeck, Sie sagen, Sie sind für den Schutz jüdischen Lebens in diesem Land. Ich möchte Ihnen sagen, jüdisches Leben in diesem Land ist sehr vielfältig." Diese Worte kommen von der Schriftstellerin und Jüdin Deborah Feldman bei Markus Lanz 1.11.2023

Petro beklagt "Doppelmoral"

Der kolumbianische Präsident, Gustavo Petro, hat beim Gipfel der G77-Staaten (plus China) Doppelstandards beim Umgang mit dem Krieg in der Ukraine und dem Israel-Palästina-Konflikt kritisiert. Petros Vorschlag einer großen Friedenskonferenz ist von der Sorge getragen, dass Krieg die Suche nach Auswegen aus der Klimakrise behindert.

Exit-Strategie für die Ukraine

Selbstverteidigung und Frieden sind kein Widerspruch, meinen prominente Autoren eines Aufrufs. Wie sie ihre Haltung begründen. Telepolis dokumentiert im Folgenden einen Verhandlungsvorschlag von Professor Dr. Peter Brandt, Professor Dr. Hajo Funke, General a. D. Harald Kujat und Professor Dr. h. c. Horst Teltschik.

Lula: Haft von Julian Assange ist eine Schande

Der brasilianische Präsident Lula da Silva hat die Inhaftierung des Journalisten und Gründers der Enthüllungsplattform WikiLeaks, Julian Assange, in Großbritannien als "Schande" bezeichnet. "Es ist eine Schande, dass ein Journalist, der die Verbrechen eines Staates anprangert, im Gefängnis sitzt, dort zum Sterben verurteilt ist, und wir nichts tun, um ihn zu befreien".

Menschenrechtsrat fordert Ende der Sanktionspolitik

Der Menschenrechtsrat der UNO hat sich mit überwältigender Mehrheit gegen Sanktionen ausgesprochen. Dagegen stimmten, die USA, Großbritannien, Mitgliedstaaten der Europäischen Union, Georgien und die Ukraine. Amerika 21

US-Militärs warnen vor Vormarsch Chinas

Die zunehmenden Investitionen Chinas in Infrastruktur in Lateinamerika stellt nach Ansicht des US-Militärs ein "wachsendes Risiko für die Sicherheit der USA" dar. Pekings Aktivitäten in der Region seien ein "unerbittlicher Vormarsch", um die USA als Führungsmacht dort abzulösen, so Richardson. Amerika 21

Kolumbien: Keine Waffenlieferungen an die Ukraine

Präsident Petro beim Gipfeltreffen der Gemeinschaft lateinamerikanischer und karibischer Staaten in Buenos Aires: die USA hätten ihn gebeten, die russischen Waffen Kolumbiens an die Ukraine zu liefern.

Den Frieden fördern, nicht den Krieg

Gewalt, Krisen und Spannungen beherrschen die Schlagzeilen. Angst und Feindbilder bauen sich auf, Rufe nach Zäunen und Abschottung sowie Forderungen nach stärkeren Sicher-heitsapparaten und Aufrüstung werden lauter. Zivile Konfliktbearbeitung

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In memoriam Salvador Allende

27.10.2023

Es war der 11. September 1973. Fünfzig Jahre sind es her. Die «Moneda» stand in Flammen, der Präsidentschaftspalast mitten in der chilenischen Hauptstadt Santiago. Bewaffnet mit einer Maschinen­pistole, unterstützt von ein paar Dutzend ebenfalls bewaffneten Jungsozialisten und Gewerkschaftern, widerstand Salvador Allende immer noch.

Um 14 Uhr 30 ertönte dann zum letzten Mal seine Stimme. Dank dem Gewerkschaftssender Cooperación, der in wundersamer Weise noch nicht von der Luftwaffe zerstört worden war.
Die klare Stimme aus der brennenden «Moneda» sagte: «Trabajadores de mi pueblo… Ich werde nicht aufgeben, und ich werde nicht zurücktreten. In diesem Augenblick weiss ich, dass ich die Treue meines Volkes mit dem Leben bezahlen muss.» Die Rede ist in die Weltgeschichte eingegangen. Mitte Nachmittag war Allende tot.

FOLTER. Es folgte eine fürchterliche, blutige Menschenjagd in ganz Chile und eine Repression, die während der ganzen Zeit der Militärdiktatur bis 1990 dauerte. Zehntausende Arbeiterinnen und Arbeiter, Gewerkschafter, Studentinnen, Sozialisten, Christdemokratinnen starben unter der Folter, fielen den Erschiessungskommandos zum Opfer, wurden lebend aus Flugzeugen in den Pazifik geworfen.

Salvador Allende, Kinderarzt aus Valparaiso, kandidierte 1970 für die Präsidentschaft als Vertreter der Unidad Popular, einer Allianz der Linksparteien und Gewerkschaften. Er erhielt am meisten Stimmen und wurde im November verfassungsgemäss vom Kongress als Präsident vereidigt.

STILLES VIETNAM. Ich erinnere mich, als wäre es gestern gewesen. Im Januar 1971 war ich Mitglied der Delegation des Exekutivrates der Sozialistischen Internationale, geführt vom öster­reichischen Sozialdemokraten Bruno Kreisky. Allende empfing uns in seinem kleinen Haus im Quartier Tomás Moro. Die letzten Sonnenstrahlen leuchteten hinter der Bergkette der Anden. Allende sass in einem hohen kolonialen Lehnstuhl, sein Hund zu seinen Füssen. Plötzlich unterbrach er seine kluge Analyse und brachte die Situation in Chile auf den Punkt: «Wir erleben ein stilles Vietnam.»

Gleich nach dem Sieg der Unidad Popular ­organisierte der damalige US-Aussenminister Henry Kissinger das «Komitee der Vierzig»: einen Verbund der vierzig wichtigsten in Chile tätigen multi­nationalen Konzerne. Das Komitee veranlasste die wirtschaftliche und finanzielle Blockade und Sabotage Chiles. Es war die Zeit des Kalten Krieges. US-Präsident Richard Nixon und Kissinger waren überzeugt, Chile sei ein neues Kuba.

 

SABOTAGE. Die schweizerische Oligarchie, welcher der unterwürfige Bundesrat folgte, schloss sich dem Komitee der Vierzig an. Ein Beispiel: Allende hatte ein Programm gegen den Hunger auf die Beine gestellt. Denn die Unter­ernährung vieler Hunderttausender chilenischer Kinder war Allendes Trauma. Sein Programm versprach einen halben Liter Milch pro Tag für die hungernden Kinder. Die Nestlé-Tochter ­Chiprodal kontrollierte 80 Prozent der Milchproduktion. Nestlé-Präsident Jean-Constant Corthésy, ein Waadtländer Reaktionär übelster Sorte, verweigerte jede Kooperation. Er zwang Allende, mit teuren ­Devisen Milch in Argentinien zu kaufen.

Ein anderes Beispiel: Chile war und ist der grösste Kupferproduzent der Welt. In den drei grössten staatlichen Kupferminen – El Teniente, El Salvador und Chuquicamata – organisierte US-Aussenminister Kissinger einen Generalstreik der meist ausländischen Ingenieure und ­Techniker.

Chile hat eine Länge von über 4000 Kilometern. Praktisch alle Güter werden mit Lastwagen transportiert. Kissinger organisierte Massenstreiks von 6 und 7 Wochen. Lebensmittel im Wert von Dutzenden Millionen US-Dollar ver­rotteten, Industriegüter und Ersatzteile wurden nicht mehr geliefert. Die Lastwagenchauffeure wurden durch die Überweisung eines Taggeldes entlöhnt, von einer chilenischen Bank am Quai des Bergues in Genf.

FINSTER. Am 11. September 1973 suchten – und erhielten – viele Verfolgte in den lateinamerikanischen und europäischen Botschaften Zuflucht. Nicht aber in der Schweizer Botschaft. Der finstere Botschafter Charles Masset lieferte die Verfolgten systematisch den Häschern (und Mördern) aus.
Der Bundesrat sandte kein Beileidstelegramm an Allendes Witwe Hortensia und kein Kondolenzschreiben an die chilenische Botschaft in Bern, wie das beim Tod eines Staatschefs üblich ist. Er verordnete eine Visumspflicht für Chileninnen und Chilenen mit dem gebräuchlichen Argument: «Das Boot ist voll».

Die Reaktion der linken sozialistischen und demokratischen Bewegungen in der Schweiz war hingegen exemplarisch. Aussenminister Pierre Graber (SP) musste den üblen Masset abberufen. Ein katholischer Priester, Cornelius Koch, und der protestantische Pfarrer Guido Rivoir riefen die Aktion «Freiplatz Chile» ins Leben. Tausende Familien zeigten sich bereit, Asylsuchende aufzunehmen. Die Unidad Popular ist ein lebendiges Geschichtsbuch. Sie bleibt für uns alle eine Quelle der Hoffnung.

Jean Ziegler ist Soziologe, Vizepräsident des beratenden Ausschusses des Uno-Menschenrechtsrates und Autor. Sein 2020 im ­Verlag Bertelsmann (München) erschienenes Buch Die Schande Europas. Von Flüchtlingen und Menschenrechten kam im Frühling 2022 als Taschenbuch mit einem neuen, stark erweiterten Vorwort heraus.

 
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Termine für den Zeitraum Februar 2024 bis Juni 2024



März 2024

Internationalen Frauentages 2024

Theaterabend mit Celine Hambach

07.03.2024
18:00 Wuppertal Theater im Engelsgarten InfoAnlässlich des Internationalen Frauentages 2024 laden der DGB-Stadtverband und
die Gewerkschaften in Wuppertal in Zusammenarbeit mit dem Schauspiel
Wuppertal zu einem besonderen Theaterabend ein.
Sophie Scholl. Der Name steht für Willenskraft, Furchtlosigkeit und Zivilcourage in
einem totalitären System. Ab 1942 war Sophie Scholl Teil der Widerstandsgruppe
›Die weiße Rose‹ und verteilte Flugblätter, die zum Widerstand gegen die Hitler-
Diktatur aufriefen. Wie mag es sich anfühlen, 80 Jahre später Trägerin desselben
Namens zu sein? Vor allem dann, wenn die heutige Sophie Scholl vor der Frage
steht, für eine gute Freundin auszusagen aber damit den Studienabschluss zu
riskieren.
V.i.S.d.P: DGB-Stadtverband Wuppertal, Hoefstr. 4, 42103 Wuppertal
PROGRAMM
18 Uhr Einlass, Empfang und Begrüßung
19 Uhr Name: Sophie Scholl
20 Uhr Gemeinsamer Ausklang
NAME: SOPHIE SCHOLL
von Rike Reininger
7. MÄRZ 2024, 18 UHR
EIN THEATERABEND FÜR GEWERKSCHAFTER:INNEN
INTERNATIONALER
FRAUENTAG 2024
ANMELDUNG
Wir bitten um formlose Anmeldung unter
wuppertal@dgb.de oder 0202 2813 302
Der Eintritt ist frei!
Eine Veranstaltung des DGB-Stadtverbands Wuppertal. Wir bedanken uns für die Unterstützung bei
THEATER AM ENGELSGARTEN
SOPHIE SCHOLL__________________________Celine Hambach
(Wuppertaler Rundschau: “Celine Hambach bewältigt mit großer Präsenz einen
komplexen Text, meistert die unterschiedlichen Intonationen und Stimmungen ihrer Rolle,
macht das Gewissensgewicht der Widerstandskämpferin und der heutigen Kämpferin fürs
Recht zugleich spürbar.”)

 

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Eine Wende ist nötig – aber eine ganz andere!
Kriegstüchtig. Wir sollten es aus unserer Vergangenheit kennen und wissen wie es endet.

Gegen "sanften Putsch" in Kolumbien

Zehntausende Menschen haben landesweit in Kolumbien ihre Unterstützung für die Regierung von Gustavo Petro bekräftigt. Amerika 21

UN fordert von den USA Ende der Kuba-Blockade

Bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen haben am 2. November 187 Staaten für die Resolution zur Aufhebung der US-Blockade gegen Kuba gestimmt. Nur zwei Staaten stimmten gegen die Resolution (USA, Israel), und einer enthielt sich (Ukraine). Damit wurden die USA seit 1992 zum 31.Mal zur Einhaltung der UN-Charta und des internationalen Rechts aufgefordert.

Brasilien und Frankreich wollen für Lösung in Nahost kooperieren

Die Initiative Brasiliens, das derzeit den Vorsitz im Sicherheitsrat innehat, wurde am Dienstag von zwölf der 15 Ratsmitglieder bei zwei Enthaltungen (Russland und GB) unterstützt, während die USA ihr Veto einlegten. Die Resolution forderte eine humanitäre Waffenruhe, und "die kontinuierliche, ausreichende und ungehinderte Versorgung der Zivilbevölkerung mit lebenswichtigen Gütern und Dienstleistungen, im Einklang mit dem humanitären Völkerrecht".

Kolumbiens Präsident bezeichnet den Westen als "scheinheilig"

Das Interview erschien in Telepolis in Kooperation mit dem US-Medium Democracy Now. Hier geht es zum Original.

Eine Wende ist nötig – aber eine ganz andere!

Diktatur in Chile konnte sich auf deutsche Nazis im BND verlassen

Neue Recherchen haben die Rolle deutscher Nazis beim Putsch von General Pinochet gegen die Regierung von Salvador Allende am 11. September 1973 bekannt gemacht.

Petro: Kein Interesse an Fortsetzung des Ukraine-Kriegs

Der kolumbianische Präsident Petro hat sich während eines Staatsbesuchs in Spanien für ein Friedensabkommen zwischen Russland und der Ukraine ausgesprochen.

Brasilien und China handeln ohne Dollar

Die brasilianische Agentur für Export- und Investitionsförderung hat den Beginn des Handels zwischen China und Brasilien in ihren lokalen Währungen Yuan und Real bekannt gegeben. Der US-Dollar ist damit als Zahlungsmittel ausgeschlossen.

Keine Munition für die Ukraine: Brasilien weist deutsches Gesuch zurück

Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hat das Ersuchen der deutschen Regierung abgelehnt, Panzermunition in die Ukraine zu liefern.

Ein Rückblick auf die „Zivile Zeitenwende”-Demo vom 2. Juli 2022 in Berlin

ZDF: ex-General für Waffenstillstand

Der Brigadegeneral a. D. Erich Vad kritisiert die aktuelle Kriegsrhetorik in der Diskussion um Waffenlieferungen an die Ukraine. Priorität solle haben, dass möglichst schnell ein Waffen-stillstand eintrete.

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