
Der Schweizer Soziologe und Autor Jean Ziegler ist tot. Er galt als Anwalt der Hungernden und Unterdrückten und setzte sich zeitlebens gegen Globalisierung, Profitgier und "die verlogene Herrschaftsschicht" ein.
Geboren 1934 in Thun, lehrte er bis zu seiner Pensionierung 2002 Soziologie an der Universität Genf und als ständiger Gastprofessor an der Sorbonne in Paris. Von 2000 bis 2008 war er Uno-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung und von 2009 bis 2019 Vizepräsident des Beratenden Ausschusses des Uno-Menschenrechtsrats.
BaSo fühlte sich Jean Ziegler in Hinblick auf sein Eintreten für eine gerechte Weltordnung und der Bekämpfung von Hunger und Unterdrückung sehr verbunden. Er erlaubte uns, seine Kolumnen abzudrucken.
Unsere Regierungen greifen unsere Renten, unsere Bildung, unsere Kaufkraft an. Und warum? Um neue Raketen, F-35-Kampfflugzeuge und Panzer zu finanzieren, um im Ausland Krieg zu führen. Um dies zu rechtfertigen, manipulieren sie die öffentliche Meinung und schüren Angst.
10 Prozent
Der Siegerin der Regionalwahl vom letzten Wochenende im spanischen Andalusien ist eindeutig die antikapitalistische »Adelante Andalucía« (Vorwärts Andalusien/AA). Die feministische und linksnationalistische AA hat besser als in den Umfragen prognostiziert abgeschnitten. Die von Teresa Rodríguez gegründete Partei kam auf fast zehn Prozent. Sie ist nun statt mit zwei, mit acht Sitzen im Parlament von Sevilla vertreten.
Griechenland: Die Hafenarbeiter von Piräus weigerten sich während des Gazagenozids, Waffen für Israel zu verladen. Ein Gespräch mit Giorgos Gogos
Von Carmela Negrete
Giorgos Gogos ist Vorsitzender der Gewerkschaft der Hafenarbeiter in Piräus. Er sprach auf Einladung der gewerkschaftlichen Solidaritätsgruppe »Gegen Spardiktate und Nationalismus« am 8. Mai in Berlin zusammen mit seinem Kollegen Haris Papavramidis über den Widerstand gegen Waffentransporte und Kriegsbeteiligung in Griechenland
https://www.jungewelt.de/artikel/522593.arbeitermacht-wir-vertreten-eine-grunds%C3%A4tzliche-antikriegsposition.html
Eine verpasste Chance für eine Souveränität?
Donald Trump droht einmal mehr mit einem Abzug von US-Truppen aus Deutschland. Auf Truth Social kündigte er an, die Reduzierung der Truppenstärke zu prüfen und eine Entscheidung stehe "in Kürze" an. Diese wiederholte Drohung löst in Berlin die üblichen Reflexe aus: Beschwichtigung, Appelle an die Bündnistreue und
das unbedingte Festhalten am Status quo. Anstatt diese Provokation als historische Chance zu begreifen, scheint Deutschland weiterhin in einer Haltung des Bettelns zu verharren.
Die bevölkerungsfeindliche Politik der Regierungen zahlt sich aus:
BP verdoppelt bereinigten Nettogewinn im ersten Quartal 2026 auf 3,2 Milliarden Dollar.
Der britische Energiekonzern BP hat im ersten Quartal 2026 einen starken Zuwachs verzeichnet. Wie das Unternehmen am Dienstag in London mitteilte und das Handelsblatt online meldet, steigerte BP den bereinigten Nettogewinn auf 3,2 Milliarden Dollar. Dies entspricht einer Verdopplung im Vergleich zum Vorjahr.
Das sind rund 20 Prozent mehr als vorausgesagt.
Betrügerische Parlamentsarier, die gar kein Vieh oder Agrarflächen besitzen, verfolgten offenbar Hand in Hand mit kriminellen Beamten der Athener Agraragentur das gleiche Ziel: Unter politischer Einflussnahme versuchten sie, möglichst viel vom Kuchen der EU-Agrarsubventionen für Griechenland zu kassieren. Die echten griechischen Landwirte dagegen gingen weitgehend leer aus.
Am 1. Mai 1944 erschossen deutsche Wehrmachtssoldaten in Athen 200 Kommunisten – jetzt wurden erstmals Fotografien des Massakers gefunden.
Die Bilder haben in Griechenland große Bestürzung ausgelöst. Besonders interessant sind jedoch die Reaktionen im heutigen politischen Kontext. Die Fotos zeigen Menschen, deren Haltung zum Leben sich stark von den dominierenden Werten unserer Zeit unterscheidet. In einer Epoche, in der Individualismus häufig im Vordergrund steht, sehen wir Menschen, die als Kollektiv – als Genoss*innen – dem Tod entgegengingen, getragen von einer politischen Idee.
Auch die Reaktionen der politischen Rechten waren bemerkenswert – von vulgären Kommentaren in sozialen Medien bis zu problematischen Aussagen rechtsextremer Minister.

Die erste politische Maßnahme des neuen schwarzen LFI- (bei den Komunalwahlen im März erstarkten linken Partei) Bürgermeister Bally Bagayoko von Saint-Denis (nahe Paris) führte zum Aufschrei aus den Reihen der rechtsradikalen Partei RN und der Regierung. Diese sahen nun „politische Säuberungen“ in den Reihen der Stadtpolizei. Tatsächlich war dieser Schritt ein erster guter Versuch, deskalierend zu wirken. Gleichzeitig würde es die unverhältnismäßig repressiale Macht der Polzei einschränken.
Foto Wikipedia
Im Rahmen der Solidaritätsinitiative Nuestra America hatten bereits am vergangenen Wochenende 650 Aktivisten aus den USA und Europa per Flugzeug Kuba erreicht, ebenfalls mit zahlreichen Hilfsgütern. Insgesamt habe der Konvoi "über 50 Tonnen materielle Hilfe aus allen Teilen der Welt" in Havanna übergeben, erklärte eine Teilnehmerin in einem Video.
Die Art und Weise wie wir unser Leben produzieren, ist dumm, gefährlich und grausam. Es ist an der Zeit über eine Revolution nachzudenken, die die Gesellschaft grundlegend verändert.

Bayer hat den Gewerkschaftsführer Cristian Cunha von der Gewerkschaft der Chemiearbeiter in São José dos Campos willkürlich entlassen. Er wurde von privaten Sicherheitskräften wie ein Krimineller aus dem Werk begleitet – ein inakzeptabler Akt gewerkschaftsfeindlicher Unterdrückung.
Das Unternehmen weigert sich, gewerkschaftliche Kündigungsschutzbestimmungen anzuerkennen, und greift weiterhin grundlegende Arbeitnehmerrechte an. Diese Entlassung ist rechtswidrig, verstößt gegen die brasilianische Verfassung und bricht gegen den Tarifvertrag.
Die Beschäftigten haben bereits mit einer Versammlung, einer teilweisen Stilllegung des Werks und einer Streikwarnung reagiert. Sie fordern die sofortige Wiedereinstellung von Cristian.
CSP-Conlutas und verbündete Organisationen starten eine nationale und internationale Solidaritätskampagne. Bayer, ein deutscher multinationaler Konzern, muss zur Rechenschaft gezogen werden.
Stellt Cristian sofort wieder ein!
Die Verkäufe im weltweiten Automarkt verschieben sich zunehmend: Die Autoimporte aus China in die Europäische Union haben erstmals die europäischen Exporte nach China übertroffen. Die Ausfuhren von Autos und Autoteilen aus der EU nach China sind vergangenes Jahr um 34 Prozent auf 16 Milliarden Euro gesunken.
Seit 2022 haben sich die Exporte damit mehr als halbiert. Zugleich stiegen die Importe aus China in dem Bereich um acht Prozent auf 22 Milliarden Euro meldet das Handelsblatt am 20.3.25 online.
Sie sehen: Wenn die USA & ihre Verbündeten die Welt beschreiben, bezeichnet „Diktator“ immer den Akteur, der den westlichen Wirtschafts- und Machtinteressen seine Unterordnung verweigert, weswegen die Bezeichnung auch nie auf Militärjuntas, Autokraten, Hasardeure, Schlächter, theokratische oder sonstige Spinner angewendet wird, die mit Washington „verbündet“ sind.
Wertekarneval, Diktatorenpolonäääse! Fragen Sie bloß nicht nach Kohärenz.
Und falls Sie wissen wollen, warum Ihre politischen Vertreter sich seit Jahrzehnten immer nur für Volksaufstände erwärmen können, die nicht gegen sie selbst gerichtet sind, aber nie für frz. Gelbwesten, polnische Bauern, belgische Rentner, Arme in der gesamten EU, Pazifisten, dann lassen Sie es sich von einem, der es gewusst haben muss, mal unverbindlich in Erinnerung rufen:
„Das bestehende parlamentarische System ist unbrauchbar. Wir haben in unserem Parlament keine Repräsentanten, die die Interessen unserer Bevölkerung – die wirklichen Interessen unserer Bevölkerung – ausdrücken.
Rudi Dutschke

Samstag, den 5.4.26 sind Tausende Jugendliche in Kuba zum Jahrestag der Gründung der Organización de Pioneros José Martí (OPJM) und des Jugendverbandes der KP, der Unión de Jóvenes Comunistas (UJC), auf die Straße gegangen. Bereits am Donnerstag der vergangenen Woche sind tausende junge Kubaner:innen dem Aufruf des UJC zu einem Protestmarsch gegen die Blockadepolitik der USA gefolgt. Der Demonstrationszug endete vor der US-Botschaft in der kubanischen Hauptstadt. amerika21
Das Netzwerk No Kings meldet Aktionen in allen 50 Bundesstaaten. Organisatoren sprechen von acht Millionen Teilnehmenden. Amerika 21

Brasilianische Gewerkschaften und soziale Bewegungen erhöhen den Druck, Treibstoff nach Kuba zu liefern. Mit dem Start der Kampagne "Öl für Kuba" haben sich die solidarischen Kräfte gebündelt. Amerika 21
Die kubanische Gesellschaft ist geschockt über den Angriff des US-Militärs. Bereits nach ersten Analysen kubanischer Sicherheitsexperten wurde klar, dass die als "Staatsterror" eingestufte Militäraktion von den US-Spezialeinheiten durch den Zusammenbruch der Verteidigungs-, Geheimdienst- und Spionageabwehr-struktur Venezuelas ermöglicht wurde. Kubanische Beobachter vermuten einen Verrat. ....Amerika21
Die Informationsstelle Militarisierung (IMI) e.V. in Tübingen hat eine Handlungshilfe für Betriebsräte und gewerkschaftliche Vertrauensleute veröffentlicht:

„Wenn einer mit Vergnügen in Reih und Glied zu einer Musik marschieren kann, dann verachte ich ihn schon. Er hat sein großes Gehirn nur aus Irrtum bekommen, da für ihn das Rückenmark schon völlig genügen würde. Diesen Schandfleck der Zivilisation sollte man so schnell wie möglich zum Verschwinden bringen. Heldentum auf Kommando, sinnlose Gewalttat und die leidige Vaterländerei, wie glühend hasse ich sie, wie gemein und verächtlich scheint mir der Krieg …“.
Kriegsmüde – das ist das dümmste von allen Worten, die die Zeit hat. Kriegsmüde sein das heißt, müde sein des Mordes, müde des Raubes, müde der Dummheit, müde des Hungers, müde der Krankheit, müde des Schmutzes, müde des Chaos… Kriegsmüde hat man immer zu sein, d.h. nicht nachdem, sondern ehe man einen Krieg begonnen hat. Aus Kriegsmüdigkeit werde der Krieg nicht beendet, sondern unterlassen…
Karl Kraus, 1918
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