DGB-Bundeskongress und gewerkschaftliche Friedensakteure
Vom 10.-13. Mai ’26 fand in Berlin der Bundeskongress des Deutschen Gewerkschaftsbundes statt. Friedensbewegte aus den Einzelgewerkschaften wünschten sich eine klare Positionierung des „Parlaments der Arbeit“ gegen Aufrüstung und Krieg. Das Bündnis SAGT NEIN! Gewerkschafter:innen gegen Krieg, Militarismus und Burgfrieden und die Initiative Gewerkschaften gegen Aufrüstung und Krieg! Friedensfähigkeit statt Kriegstüchtigkeit waren im Vorfeld in Gespräche eingetreten, um auszuloten, ob sie gemeinsam ihre Positionen den Delegierten und der Öffentlichkeit vor dem Kongresshotel in Berlin präsentieren könnten. Bedauerlicherweise ist es dazu nicht gekommen. Die jeweiligen Positionen können authentisch in den Dokumenten der Initiative nachgelesen werden:Die Initiative „Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter gegen Aufrüstung und Krieg“ ist Verfasserin des Beitrags „Gewerkschaften müssen Friedensbewegung sein!“. Die Initiative SAGT NEIN! Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter gegen Krieg, Militarisierung und Burgfrieden“ hat eine Kongresszeitung erstellt, Beides wurde vor dem Kongresshotel in Berlin verteilt. Für meinen Geschmack trafen die Gewerkschaften gegen Aufrüstung und Krieg eher die Sprache von Gewerkschaftskolleg*innen und Arbeitnehmer*innen, auch ihre Banner fand ich gut. Die Zeitung von SAGT NEIN! bot sehr viel Information an, kam eher intellektuell, belehrend und vehement daher und irgendwie von gewerkschaftlichen realen Zusammenhängen entrückt, auch wenn auf ihrer Kundgebung und in den Texten dankenswerterweise Menschen aus Betrieben zu Wort kamen und ihre Themen behandelt wurden. Auch war SAGT NEIN! vor dem Kongressort die ganze Zeit über mit Musik, Wortbeiträgen sehr präsent. Auf meine Frage, ob sich mit den Bannern und der Sprache wohl junge Menschen angesprochen fühlten, antwortete ein langjähriger Freund und Mitstreiter: „ich finde es gut und richtig was hier gesagt wird, ist aber auch eine revolutionäre Selbstvergewisserung von „Altlinken“. Das traf auch meine Stimmung. Im Vordergrund stand die Verbreitung der „richtigen“ Analyse und Forderungen und erinnerte etwas an die alten Zeiten der Dispute von K-Gruppen. Aus meiner Sicht wäre es dringlicher gewesen, dass eine gemeinsame Aktion der beiden Initiativen zustande gekommen wäre und damit auch zu demonstrieren, dass Linke aus der Geschichte lernen können, in bestimmten Momenten unterschiedliche Positionen zugunsten von stark überlappenden antimilitaristischen Gemeinsamkeiten zurückzustellen. Die Delegierten an der gewerkschaftlichen Basis sind ja vielfach Kolleginnen und Kollegen, die wir überzeugen müssen und welche Sprache und Themen wir wählen, ist von Bedeutung. Gefordert ist damit nicht die Aufgabe der jeweiligen strittigen Ansichten, sondern ein Fokus auf das Gemeinsame, um Stärke zu erlangen. War offensichtlich nicht im Fokus beider Gruppen - schade! Und wenn die Differenzen dann noch dazu führen sollten, dass SAGT NEIN! von der Friedenskonferenz am 20. Juni in London ausgeschlossen wird, verschlägt es einem fast die Sprache.Beiträge zu den Positionen der jeweiligen Initiative:
Dass Kanzler Merz für seine Ausführung über die geplanten „Reformen“ - sprich soziale Demontage auf dem Kongress deutlich ausgebuht wurde, konnte man auch im Fernsehen verfolgen. Warum Ministerin Bas aus der selben Regierung mit allerdings einer gewerkschaftskonformeren Rede großen Applaus bekam, zeigt m.E. die immer noch große Bindung an die Sozialdemokratie, auch wenn die Komponenten dieser Partei Sozial und Demokratie immer mehr verblassen.
Zum Themenkomplex Krieg, Militarisierung und Kriegsvorbereitung wurden zwei bemerkenswerte Anträge angenommen:
- Ulrike Eifler nach DGB-Bundeskongress in Saarbrücken bei ver.di
Termine für den Zeitraum Mai 2026 bis September 2026
Mai 2026
Beendet
Kundgebungen und Fest zum 1. Mai
01.05.2026 verschiedene Orte
Beendet
Mut zur Menschlichkeit - Vernunft , Haltung und Courage
Rolf Becker und seine pol. Haltung
Ulrich Klan, Musiker und Vorsitzender der Armin T. Wegner Gesellschaft
Ulrich Franz und Beatrix Sassermann, politische Weggefährten
Olaf Reitz, Sprecher
Rudi Rhode, Musiker
Regina Potarczyk, Moderation
05.05.2026 17:30 - 19:00 Wuppertal Kolpingstr. 8 Stadtbibliothek
Beendet
Schulstreik gegen Wehrpflicht
08.05.2026 14:00 bundesweit
Juni 2026
01.06.2026
Benefizkonzert für die medico-Arbeit in Rojava. Mit AK Ausserkontrolle, Ceren, Hakim Lokman, Hoti, K.I.Z, Koma Berxwedan, Kurdo, Lune, OG LU, Pashanim, Paula Hartmann.
September 2026

Samstag, den 5.4.26 sind Tausende Jugendliche in Kuba zum Jahrestag der Gründung der Organización de Pioneros José Martí (OPJM) und des Jugendverbandes der KP, der Unión de Jóvenes Comunistas (UJC), auf die Straße gegangen. Bereits am Donnerstag der vergangenen Woche sind tausende junge Kubaner:innen dem Aufruf des UJC zu einem Protestmarsch gegen die Blockadepolitik der USA gefolgt. Der Demonstrationszug endete vor der US-Botschaft in der kubanischen Hauptstadt. amerika21
Das Netzwerk No Kings meldet Aktionen in allen 50 Bundesstaaten. Organisatoren sprechen von acht Millionen Teilnehmenden. Amerika 21

Brasilianische Gewerkschaften und soziale Bewegungen erhöhen den Druck, Treibstoff nach Kuba zu liefern. Mit dem Start der Kampagne "Öl für Kuba" haben sich die solidarischen Kräfte gebündelt. Amerika 21
Die kubanische Gesellschaft ist geschockt über den Angriff des US-Militärs. Bereits nach ersten Analysen kubanischer Sicherheitsexperten wurde klar, dass die als "Staatsterror" eingestufte Militäraktion von den US-Spezialeinheiten durch den Zusammenbruch der Verteidigungs-, Geheimdienst- und Spionageabwehr-struktur Venezuelas ermöglicht wurde. Kubanische Beobachter vermuten einen Verrat. ....Amerika21
Die Informationsstelle Militarisierung (IMI) e.V. in Tübingen hat eine Handlungshilfe für Betriebsräte und gewerkschaftliche Vertrauensleute veröffentlicht:

„Wenn einer mit Vergnügen in Reih und Glied zu einer Musik marschieren kann, dann verachte ich ihn schon. Er hat sein großes Gehirn nur aus Irrtum bekommen, da für ihn das Rückenmark schon völlig genügen würde. Diesen Schandfleck der Zivilisation sollte man so schnell wie möglich zum Verschwinden bringen. Heldentum auf Kommando, sinnlose Gewalttat und die leidige Vaterländerei, wie glühend hasse ich sie, wie gemein und verächtlich scheint mir der Krieg …“.
Kriegsmüde – das ist das dümmste von allen Worten, die die Zeit hat. Kriegsmüde sein das heißt, müde sein des Mordes, müde des Raubes, müde der Dummheit, müde des Hungers, müde der Krankheit, müde des Schmutzes, müde des Chaos… Kriegsmüde hat man immer zu sein, d.h. nicht nachdem, sondern ehe man einen Krieg begonnen hat. Aus Kriegsmüdigkeit werde der Krieg nicht beendet, sondern unterlassen…
Karl Kraus, 1918
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