Polizei durchsucht Gesundheitszentrum Ellinikon, Athen
Am Morgen des 24.10. ist die Polizei in das Soziale Gesundheitszentrum Ellinikon, Athen, eingedrungen in Folge einer anonymen Denunziation, hier werde mit Drogen gehandelt. Die Polizei war begleitet von Vertretern der Nationalen Pharmabehörde und einem Untersuchungsrichter. Die Durchsuchung hat etwa eine Stunde gedauert. Nicht der geringste Anhaltspunkt für illegale Substanzen wurde gefunden. Die Geschäftsführung von Ellinikon verurteilt diesen Einschüchterungsversuch und erklärt: "Unser Einsatz scheint zu stören, aber die Angriffe gegen uns werden ihn nur verstärken."
Presseerklärung
Herzlichen Glückwunsch!
Wir möchten dem Gesundheitsminister öffentlich zu seinem neuesten Entscheid gratulieren, das Gesundheitszentrum (Metropolitan Community Clinic) von Elliniko und die Klinik der Ärzte der Welt in Athen wegen Verdachts auf Drogenhandel von der Polizei durchsuchen zu lassen. Unsere Glückwünsche gehen auch an den Rest der Super-Detektive: Polizisten, Untersuchungsrichter und Nationale Organisation für Medizin (EOF). Der Staat zeigt einmal mehr, wie entschlossen und mächtig er ist, wenn es darum geht, sein Motto „Alle illegalen Zentren müssen geschlossen werden“ in die Tat umzusetzen.
Aus diesem Grund erklären wir uns selbst für fortgesetzt “illegal”, und dass wir auf sie warten.
Wir sind “illegal”, weil wir in den letzten zwei Jahren mehr als zehntausend unversicherte Patienten unterstützt haben, indem wir sie mit medizinischen Leistungen versorgten, ohne jemanden um Erlaubnis zu fragen. Wir sind „illegal“, weil wir das ohne Geld tun. Wir sind „illegal“, weil wir nur dem medizinischen Ehrenkodex gehorchen. Wir sind „illegal“, weil wir einzig unserem Gewissen, unseren Patienten und der Gesellschaft verantwortlich sind. Wir sind „illegal“, weil wir gegen Erniedrigung und Tod ankämpfen. Wir sind „illegal“, weil wir glauben, dass die Gesundheit ein wichtiges Allgemeingut und keine Ware ist.
Dieser legale Staat, der rund drei Millionen Menschen zur Armut verurteilt und dem Risiko des Todes aussetzt, wird wärmstens empfangen werden, beim Versuch, die Solidarität per Gesetz abzuschaffen. Diese zynische Persönlichkeit eines Gesundheitsministers soll ruhig versuchen uns einzuschüchtern. Auch die Justiz, die den Folgen dieser gefährlichen Gesundheitspolitik völlig gleichgültig gegenüberzustehen scheint, soll ruhig weiterhin ihre Rolle spielen.
Diese jüngsten Maßnahmen, die an totalitäre Regimes erinnern, zeigen unmissverständlich, dass die rote Linie überschritten ist. Sie wollen die Hoffnung beseitigen. Sie wollen alles zerstören, was uns vereint. Sie hassen das Leben. Sie werden uns alle, Freiwilligen, Patienten, Zivilpersonen, auf der anderen Seite gegenüber stehen. Wir werden das Leben und die Würde verteidigen. Wir werden gegen den Tod kämpfen.
DIE SOLIDARITÄT IST UNSERE WAFFE! http://www.kiathess.gr/
Am selben Tag wurde auch das Gesundheitszentrum von Ärzte der Welt in Patras Opfer einer identischen Operation, wieder auf Grund anonymer Denunziation wegen Drogenhandels.
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