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«Dann gehen Sie doch einfach.."
24.05.2013 | 19:53 Uhr

Glencore will erpressen:

«Dann gehen Sie doch einfach, Herr Glasenberg!»

Glencore-CEO Glasenberg droht: Kommt die 1 : 12-Initiative der Juso durch, geht der Zuger Rohstoffriese ins Ausland. Der Verlust wäre verkraftbar, sagt Glencore-Kenner und Politiker Josef Lang. - 8.05.2013

«In der ‹Sonntagszeitung› vom 5. Mai durfte der CEO des Zuger Rohstoffgiganten Glencore, Ivan Glasenberg (56), seinen umstrittenen Konzern (Umsatz 145 Mrd. Dollar) wortreich verteidigen. Der gebürtige Südafrikaner wurde noch zu Apartheidzeiten von seinem Entdecker und Förderer Marc Rich als Trader für den Kohlenhandel eingestellt. Heute droht Multimilliardär Glasenberg mit dem Abzug seiner Firma, sollte die Abzockerei der Manager beschränkt werden. Und Glasenberg stellt folgende Behauptungen auf:
˜>Glencore stehe zu Unrecht in der Kritik, in Afrika und Lateinamerika schmutzige Geschäfte zu betreiben. Glasenberg: ‹Was wir in Afrika tun, ist grossartig.›
>Glencore stehe zu Unrecht in der Kritik, keine oder nur wenig Steuern zu bezahlen. Glasenberg: ‹Das sind rufschädigende Gerüchte.›
>Glencore werde zu Unrecht beschuldigt, bei Korruption ein Auge zuzudrücken. Glasenberg: ‹Das sind leere Behauptungen.›
Solche Propaganda erfordert richtigstellende Informationen.

GLENCORE IN KONGO
Glencore Xstrata ist eine Riesenkrake im Rohstoffhandel und im Bergbau mit Sitz im Steuerparadies Zug. Der Multi operiert in 50 Ländern. Verschwiegen und intransparent. Rohstoffhandel steht für Korruption, Steuervermeidung und Geldwäscherei. Bergbau für Vertreibung von Ureinwohnern, extreme Ausbeutung und Umweltverseuchung. Mehrere Studien und Berichte belegen, dass Glencore in diesem Geschäft eine besonders fragwürdige Rolle spielt. So haben die Hilfswerke Fastenopfer und Brot für alle die Arbeits- und Lebensbedingungen in Kongo untersucht. Ihr Fazit: völlig ungesicherte Gruben, Kinderarbeit, miese Löhne, Unterdrückung von Arbeitsrechten, Gewässer- und Luftverschmutzung.

GLENCORES STEUERTRICKS
Glencore hat ein Ziel: die absolute Profi tmaximierung. Dabei sind dem Multi alle Handels- und Steuertricks recht. Über verschachtelte Firmenstrukturen und korrupte Lokalbehörden werden Profite möglichst gering versteuert und weggeschafft. Laut der Fastenopfer-Studie gelang es Glencore, in Kongo die Unternehmenssteuer so weit zu drücken, dass das Land allein in den Jahren 2010 und 2011 um 196 Millionen Dollar geprellt wurde. Dies zu einem Zeitpunkt, da die Weltmarktpreise für Rohstoffe um das Drei- bis Fünffache stiegen.
In der Schweiz profitiert Glencore von der Unternehmenssteuerreform II. Dank ihr sind Dividenden aus Kapitalreserven steuerfrei. Glencores Dividendenausschüttung brachte CEO Ivan Glasenberg 2011 und 2012 je knapp 100 Millionen Dollar ein: steuerfrei! Insgesamt verteilte Glencore 2011 steuerfrei 735 Millionen Dollar.

KORRUPTION BEI GLENCORE
Glencore spekuliert mit Nahrungsmitteln und bestimmt einen Teil der Weltrohstoffmärkte. Die skandalösen Praktiken in diesem Rohstoffbusiness sind bekannt: Mitte letzten Jahres wurde das Tochterunternehmen Glencore Grains Rotterdam wegen Bestechung verurteilt. Die Firma hatte dem EU-Beamten Karel Brus aus der Direktion für Landwirtschaft in den Jahren 2002 und 2003 angeblich 20 000 Euro (und eine Urlaubsreise) zukommen lassen und dafür Informationen über Getreidesubventionen erhalten. Brus war in der EU zuständig für die Festlegung der offi ziellen An- und Verkaufspreise von Getreide.
Das sind nur wenige von vielen Beispielen. Doch sie zeigen klar: Ein Unternehmen, das derart rücksichtslos geschäftet, schadet dem Ruf der Schweiz. Und materiell bringt es ihr relativ wenig. Selbst der Zuger Volkswirtschaftsdirektor Matthias Michel bezeichnet die Steuereinnahmen von Unternehmen wie Glencore als nicht ausschlaggebend.
Herr Glasenberg, wenn Sie Ihren Konzern aus der Schweiz abziehen wollen, dann machen Sie das doch einfach! Und zwar ohne vorher noch die demokratische Diskussion zu manipulieren. So wie Sie die Getreidepreise manipulieren. Der materielle Verlust wäre verkraftbar, der ethische Gewinn bei Ihrem Wegzug aber riesig.»

.................................................................................................................... ˜2012 erhielt Glencore den Negativpreis Black Planet Award der Berliner Stiftung Ethecon. Die Schmährede hielt Josef Lang: nachzulesen im work auf: http://goo.gl/E4uMw

work, 8.05.2013



Link:  work

 
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