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Kriegsdrohungen gegen Venezuela und Maduro

05.12.2025

Die Trump-Regierung hat in den letzten Monaten fast zwei Dutzend Boote in der Karibik und im östlichen Pazifik angegriffen und dabei mehr als 80 Menschen getötet. Anschließend versuchte sie, den Großteil der Getöteten mit Venezuela in Verbindung zu bringen. Die USA haben ein Kopfgeld von 50 Millionen US-Dollar auf den venezolanischen Präsidenten, Nicolas Maduro, ausgesetzt. Und sie haben militärische Einheiten mit beträchtlicher Feuerkraft in die Region entsandt, darunter F-35-Kampfjets, acht Kriegsschiffe, ein Schiff für Spezialoperationen, ein atombetriebenes Jagd-U-Boot und der Flugzeugträger USS Gerald R. Ford. Insgesamt sind 10.000 US-amerikanische Soldat*innen und 6.000 Matros*innen vor Ort. Und als ob das noch nicht genug wäre, hat die Regierung auch die Autorisierung von CIA-Operationen in Venezuela bestätigt.

Mit dieser Truppenstärke lässt sich ein Luftkrieg gegen Venezuela über längere Zeit aufrechterhalten. Für einen Angriff vom Meer aus oder eine regelrechte Invasion wären dem Center for Strategic and International Studies (CSIS) zufolge jedoch mindestens 50.000 Soldat*innen erforderlich, weshalb das noch nicht anzustehen scheint. Doch obgleich Trump selbst andeutete, dass ein Kriegsszenario unwahrscheinlich sei, lässt er sich selten vorab in die Karten schauen. Vorerst zielt diese Machtdemonstration wohl darauf ab, Maduro zum Rücktritt zu bewegen oder die Opposition bzw. Teile des Militärs zu ermutigen, die Macht zu ergreifen.

So wie Trump erst Bomben auf den Iran fallen ließ, nachdem Israel das Risiko eines solchen Einsatzes faktisch komplett eliminiert hatte, übt er nun Druck auf Venezuela aus, weil das Land aufgrund seiner bescheidenen Größe, seiner militärischen Schwäche und seiner unbeliebten Regierung ein einfaches Ziel abgibt.

An anderer Stelle hat die US-Regierung nicht gezögert, mit einer militärischen Intervention zu drohen (wie gegenüber Grönland) oder tatsächlich einzugreifen (wie im Iran). Die Kampagne gegen Venezuela hat jedoch ein viel größeres Ausmaß. Die Erklärung eines «Kriegs» gegen «Drogen-Terroristen» dient der Regierung praktisch als uneingeschränkte Rechtfertigung, jeden Mensch zu töten, der als Bedrohung für US-Interessen angesehen wird. Trump hatte in der Vergangenheit zwar regelmäßig frühere US-Regierungen dafür kritisiert, «endlose Kriege» zu führen – eine Botschaft, die bei vielen Wähler*innen sehr gut ankam. Dennoch hat diese neue Version eines endlosen Krieges gegen die Drogen, mit unbestimmten Zielen und ohne klaren Zeitplan, keine große Kritik von Trumps republikanischer Basis hervorgerufen. Eine Abstimmung im Senat für ein Mitspracherecht des US-Kongresses (War Powers Act) scheiterte knapp; es gab nur zwei republikanischen Ja-Stimmen.

Auf den ersten Blick erscheint Trumps Fokus auf Venezuela von strategischen Erwägungen geleitet. Die venezolanische Regierung ist relativ schwach, wie nicht zuletzt die Präsidentschaftswahl 2024 zeigte, bei denen die weitverbreitete Unzufriedenheit mit dem Regime deutlich wurde. Die Wirtschaft Venezuelas leidet unter der weltweit höchsten Inflationsrate und einem rapide sinkenden Lebensstandard. So wie Trump erst Bomben auf den Iran fallen ließ, nachdem Israel das Risiko eines solchen Einsatzes faktisch komplett eliminiert hatte, übt er nun Druck auf Venezuela aus, weil das Land aufgrund seiner bescheidenen Größe, seiner militärischen Schwäche und seiner unbeliebten Regierung ein einfaches Ziel abgibt.

Auch Kuba leidet unter ähnlichen wirtschaftlichen Problemen, und unter dem Druck einer ausgewachsenen US-Kampagne. Venezuela hat Kuba während der letzten zwei Jahrzehnte mit Erdöl versorgt, wodurch es die Wirtschaft des Inselstaates vor dem Zusammenbruch bewahrte. Dieser Handel ist jedoch drastisch eingebrochen, von 56.000 Barrel pro Tag auf gerade mal 8.000 im Juni 2025. Wichtige Akteure in der Trump-Regierung, insbesondere Außenminister Marco Rubio, haben lange für einen Regimewechsel in Kuba geworben. Eine mögliche Erklärung für die Kampagne gegen Venezuela könnte daher der Wunsch sein, auf diese Weise Kuba weiter zu isolieren und dort einen möglichen Regimewechsel zu befördern, im Rahmen einer neuen Dominotheorie, die von Teilen der Administration propagiert wird.

Gleichzeitig besteht bei Europas Eliten und Regierungen ein stilles Einverständnis zum völkerrechtswidrigen Regime-Change

 
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