Krieg ist ein Klimakiller

22.04.2022

Krieg zerstört Leben, Infrastruktur, Natur und Klima

Der durch nichts zu rechtfertigendem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine hat uns wieder in dramatischer Weise vor Augen geführt, welches Leid durch Kampfflugzeuge, Hubschrauber, Panzer, Bomben, Gewehre und Soldaten verursacht werden. Dafür verantwortlich sind Regierende, die ihre imperialen und wirtschaftlichen Machtinteressen mit Gewalt durchzusetzen versuchen.

Menschen und Tiere sterben, Häuser und andere Gebäude sowie die Infrastruktur werden zerstört und Menschen in die Flucht getrieben. Ganz gleich wo ein Krieg tobt, verlassen Millionen Menschen ihre Heimat, um anderswo Schutz zu suchen. Ob sie aus Afghanistan, Syrien, Irak oder jetzt aus der Ukraine kommen, sie sind auf die Aufnahmebereitschaft anderer Länder angewiesen. Dass dabei nicht alle gleichbehandelt werden, ist traurige Realität, was an der Abschottungspolitik der EU besonders deutlich wird.

Krieg nützt nur wenigen

Andererseits werden mit Krieg riesige Profite vor allem von Rüstungskonzernen gemacht. Durch Waffenlieferungen werden ältere Bestände aufgebraucht, die durch neue Waffen aufgefüllt oder zur weiteren Aufrüstung benutzt werden. So wird der Sonderfonds „Bundeswehr“ über 100 Milliarden Euro allein der Firma Rheinmetall einen zusätzlichen Umsatz von 42 Milliarden Euro bescheren.

Militär und Klima

Was in der gesellschaftlichen Debatte so gut wie gar nicht vorkommt, ist die Frage, welche Folgen militärische Aktivitäten auf das Klima haben. Die Bundesregierung hat sich bisher nicht bemüht, die klimaschädlichen Emissionen durch das Militär zu erfassen. Es wurde bisher davon ausgegangen, dass die Bundeswehr für ca. eine Millionen Tonnen CO2 verantwortlich ist. Dies ist aber sicherlich eine sehr beschönigende Berechnung, denn die Emissionen der Verwaltung, die ungefähr 50 % der Gesamtemissionen der Bundesverwaltung ausmachen, wurden nicht mitgerechnet.

Vor allem die alltäglichen Militärübungen verursachen eine Menge Schadstoffausstoß. So müssen Pilot:innen regelmäßig Flugstunden absolvieren, Panzer und Schiffe „müssen“ bewegt werden. Ein Panzer verbraucht auf 100 Kilometer 530 Liter Diesel und ein Eurofighter 3,5 Tonnen Treibstoff pro Flugstunde. 2018 verbrachten die Kampfjets der Bundeswehr 10.480 Stunden in der Luft und verursachten damit 115.280 Tonnen CO2. In den USA geht man davon aus, dass durch die militärischen Aktivitäten 2017 mindestens 80 Millionen Tonnen CO2 verursacht wurden. Jeden Tag wird damit der Klimawandel weiter befeuert, ohne dass es eine Vereinbarung zur Beschränkung militärischer Aktivitäten gibt.
Durch Krieg wird das Klima noch einmal mehr aufgeheizt. Der Gebrauch von Kriegsfahrzeugen aller Art verursacht eine Menge klimaschädlicher Gase. Die Zerstörungen der Natur als Folge des Krieges sind weitere Treiber für die Klimaerwärmung, aber auch die unermesslichen Zerstörungen, die nach Ende des Krieges einen Wiederaufbau erfordern.

Frieden ist Klimaschutz

Dies alles zeigt, wie wichtig es auch in Bezug auf das Klima ist, sich für den Erhalt des Friedens und gegen Aufrüstung einzusetzen. Mit dem Krieg Russlands gegen die Ukraine und den NATO-Vorgaben ist in Europa eine Situation entstanden, die zu einer massiven Aufrüstung führen wird. Was wir aber brauchen ist Abrüstung, nicht nur in Europa, sondern weltweit. Mit dem Geld, das für Rüstung ausgegeben wird, ließe sich der Hunger in der Welt und die herannahende Klimakatastrophe erfolgreich bekämpfen. Globale Gerechtigkeit, die Abkehr von imperialer Vorherrschaft und der Erhalt unserer Lebensgrundlagen sind die Basis für eine dauerhaft friedliche Welt.
Unsere Forderungen:
    -    Sofortiger Rückzug der russischen Armee aus der Ukraine und ein nachhaltiger Friedensprozess für die Konfliktregion
    -    Abbau der Konfrontation zwischen USA/NATO/EU und Russland, für eine tragfähige europäische Friedensarchitektur    
    -    Gegen Aufrüstung in der Bundesrepublik – keinen Sonderfonds Bundeswehr und 2 % plus des BIP für’s Militär - keine Hochrüstung ins Grundgesetz
    -    Geld für Bildung, Soziales, Klima und Gesundheit
    -    Verhandlungen über Abbau und Abschaffung der Atomwaffen
    -    Neue Sicherheitsstruktur in Europa unter Einbeziehung Russlands. Ablehnung der Vorgaben der NATO, die uns durch den „Bündnisfall“ automatisch zu einer Kriegspartei machen und weitere Aufrüstung auferlegen.
    -    Klima schützen und Abbau des Militärs überall      
Im April 2022

 
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Termine für den Zeitraum Juni 2022 bis Juli 2022

Juni 2022
Datum Uhrzeit Ort Thema Referent
16. bis 19.06.2022 NaturFreundehaus Köln-Kalk · Kapellenstr. 9a · 51105 Köln Ökosozialistische Konferenz der Internationalen Sozialistischen Organisation

Klima – Klasse – Widerstand
29.06.2022 18:30 Für den Zugang zur Konferenz bitte anmelden bei wupff@proton.me Beendet den Krieg! Willi van Ooyen (Friedensforum)
Uwe Foullong, Verdi-Gewerkschaftssekretär
 

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