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WUPPERTAL AKTUELL
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MEDIENDIENST
07.1 2.2004 Tel.: 0202/563 - 51 25
Restrukturierung der Wuppertaler Stadtwerke AG: Stadtspitze und RWE bringen Vorschläge zur Diskussion
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,
bis
gestern Abend haben Stadt und RWE als Anteilseigner der Wuppertaler
Stadtwerke AG an einem Eckpunktepapier (Anlage) gearbeitet, das die
Diskussion über die künftigen Strukturen des Unternehmens eröffnen und
notwendige Entscheidungen des Rates vorbereiten soll.
Heute
wurden die Vorschläge zur Restrukturierung der WSW von der
Verwaltungsspitze dem WSW-Aufsichtsrat vorgelegt. Morgen soll eine
erste Diskussion im Ausschuss Finanzen und Beteiligungssteuerung
erfolgen.
„Wir
wollen mit diesem Papier einen Prozess einleiten, an dessen Ende eine
erfolgreiche Umstrukturierung der WSW AG steht. Dazu legen wir
Vorschläge auf den Tisch, die nun in den Fraktionen, im Unternehmen und
natürlich auch öffentlich diskutiert werden sollen. Unser Ziel ist es,
trotz der immensen wirtschaftlichen Probleme den Bestand der Stadtwerke
auch in Zukunft zu gewährleisten", erklärten Oberbürgermeister Peter
Jung und Stadtdirektor Dr. Johannes Slawig dazu.
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Wuppertal
Presseamt-
Rathaus ■ 42269 Wuppertal ■ Telefon 0202/563 43 41 ■ 563 51 25 ■ 563
6306 563 58 39 Telefax 0202/563 8066 ■ E-Mail:
martina.eckermann@stadt.wuppertal.de
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Stadt Wuppertal
Der Oberbürgermeister
RWE
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07.12.2004
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Restrukturierung der WSW AG;
Gemeinsames Eckpunktepapier RWE Rhein-Ruhr AG und Stadt Wuppertal
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1. Ausgangslage
Zwischen
RWE und Stadt besteht Einvernehmen, dass die derzeitige wirtschaftliche
Entwicklung der WSW AG besorgniserregend ist. Die Ursachen liegen fast
ausschließlich in der negativen Entwicklung der Sparte Verkehr.
Zusätzlich entstehen weitere Risiken aus der Reduzierung der
Landeszuschüsse für den Ausbau der Schwebebahn sowie den Auswirkungen
der Liberalisierung in der Versorgung. In diesem Zusammenhang steht
fest, dass noch nicht alle notwendigen Maßnahmen zur Umsteuerung und
Restrukturierung des Unternehmens konsequent eingeleitet und umgesetzt
worden sind. Hierzu gehört auch die Hebung weiterer Synergien und
Effizienzen in der Versorgung, um die vorhandenen Ertragspotenziale
auszuschöpfen.
Als
Gesellschafter der WSW sind Stadt und RWE nicht dauerhaft bereit, die
Risiken, die sich insbesondere aus der Einbettung der Verkehrssparte
in das Gesamtunternehmen (Einheitsunternehmen) ergeben, mitzutragen.
Gleichzeitig steht die Stadt vor dem Problem, auch künftig die
Verkehrsleistungen trotz schwieriger Haushaltslage finanzieren zu
müssen.
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2. Gemeinsame Eckpunkte
Vor
diesem Hintergrund vereinbaren RWE und Stadt, unbeschadet der zu
berücksichtigenden Interessen der Mitgesellschafter Velbert, Cegedel
und Ennepe-Ruhr-Kreis, folgende gemeinsame Eckpunkte für die
erforderliche Umstrukturierung der Wuppertaler Stadtwerke AG:
1. Die
Versorgungs- und die Verkehrssparte werden rechtlich voneinander
getrennt. Dabei besteht das hauptsächliche unternehmerische Interesse
von RWE an der Versorgung (Strom,
Gas, Wasser und Wärme), zu der auch die Bereiche Stadtentwässerung und
Entsorgung gehören. Ob und inwieweit die Sparten Stadtentwässerung und
Entsorgung ggf. einer anderen Zuordnung unterworfen werden, steht allerdings unter dem Vorbehalt des Ergebnisses einer rechtlichen Prüfung. Hinsichtlich der Trennung Versorgung und Verkehr besteht Einvernehmen, dass der Verkehrsbereich im alleinigen Eigentum der Stadt bzw. Stadt und Ennepe-Ruhr-Kreis stehen soll.
2.
RWE beabsichtigt, ihren Anteil an der Versorgungsparte der WSW AG
im Rahmen der Umstrukturierung entscheidend zu erhöhen. Nach
gemeinsamer Auffassung von Stadt und RWE soll im Zuge der
Anteilserhöhung die unternehmerische Führung der Versorgungssparte auf
RWE übergehen, um RWE eine Einbettung dieses Geschäftsbereiches in die
Konzernstrukturen der RWE zu ermöglichen, damit RWE die erforderliche
Optimierung der Versorgungssparten der WSW AG sicherstellen kann. Die
erforderliche kommunale Einflussnahme wird durch geeignete Maßnahmen
gewährleistet.
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3.
Die Anteilserhöhung muss so konzipiert sein, dass hieraus ein
relevanter Finanzierungsbeitrag zum Ausbau der Schwebebahn resultiert
und der Stadt auch weiterhin angemessene gesicherte Erträge aus der
Versorgung zufließen.
4.
Dabei legt die Stadt Wuppertal Wert darauf, dass die Ergebnisse
aus den einzelnen Sparten zugunsten der Stadt weiterhin in optimierter
Form zusammengeführt werden, um, soweit wie möglich, auch künftig die
Finanzierung der Verkehrsleistungen sicherzustellen. Dies soll aber
keinesfalls die RWE darin behindern, die unternehmerische Führung in
den Sparten der Versorgung einschließlich der verwandten Bereiche der
WSW AG zu übernehmen und in die Lage zu versetzen, die
Versorgungssparte der WSW zukunftsorientiert aufzustellen.
Insbesondere
werden RWE und Stadt gemeinsam Strukturen erarbeiten, die geeignet
sind, der Stadt zu ermöglichen, auch künftig zumindest einen Teil der
Defizite des Verkehrs aus Dividenden des Versorgungsbereiches
abzudecken. Aber auch in einem solchen Falle wird RWE eine kommunale
Einflussnahme auch in der Versorgung gewährleisten.
5.
RWE und Stadt sind sich einig, dass die zwischen beiden Parteien
vereinbarte Strategie insbesondere auch die Belange der Beschäftigten
der WSW AG berücksichtigen muss. Deshalb ist bei der Umsetzung die enge
Einbindung der Arbeitnehmervertreter der WSW AG erforderlich. Es sind
insbesondere Vereinbarungen/Absprachen erforderlich zu
• Perspektiven des Unternehmens und der Beschäftigten
• Zuordnung der Beschäftigten
• Fragen der Mitbestimmung
• Regelungen betreffend die sozialen Besitzstände
• Fragen der Arbeitsplatzsicherung
6.
Stadt und RWE sind daran interessiert, die Versorgungssparte der
WSW nach ihrer Re-strukturierung zu einer erweiterten bergischen
Energiegesellschaft zu entwickeln und zu diesem Zweck weiteren Partnern
aus dem bergischen Land eine Beteiligung an der Bergischen Energie zu
eröffnen. Ein gewichtiger Standort der Bergischen Energiegesellschaft
soll in Wuppertal liegen.
7. In die Umsetzung der vorbeschriebenen Strategie wird der Vorstand der WSW eingebunden.
RWE
und Stadt sind sich darüber einig, dass die in den Eckpunkten
skizzierten gemeinsamen Vorstellungen und Vorschläge schnellstmöglich
umgesetzt werden müssen, um den bestehenden Risiken begegnen zu können
und den Bestand der WSW auch für die Zukunft zu gewährleisten.
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3. Projektorganisation
Zur
schnellen und effizienten Umsetzung der gemeinsamen Eckpunkte zur
Restrukturierung der WSW AG halten die Anteilseigner RWE und Stadt
nachfolgende Projektorganisation für zielführend:
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1. Leitung des Projektes durch einen Lenkungsousschuss der Anteileigner
Der Lenkungsausschuss gibt die strategischen Ziele vor, entscheidet über Abweichungen und leitet den Gesamtprozess.
Darüber
hinaus ist Aufgabe des Lenkungsausschusses die Überwachung der
Einhaltung der strategischen Ziele während des Prozesses, die Abnahme
von (Teil-) Ergebnissen, die Kommunikation sowie die Information der
Organe, insbesondere des Rates der Stadt bzw. der vom Rat
einzusetzenden Kommission.
RWE und Stadt schlagen folgende Zusammensetzung des Lenkungsausschusses vor:
1. Der Oberbürgermeister und seine beiden Verwaltungsvertreter
2. Die beiden zuständigen Vorstandsmitglieder (Finanzen und Vertrieb) der RWE Rhein-Ruhr AG
3. Der Vorstandsvorsitzende der WSW AG
Dem
Betriebsrat der WSW AG wird die gleichberechtigte Mitarbeit im
Lenkungsausschuss mit drei namentlich zu benennenden Mitgliedern
angeboten.
Die
Mitgliedschaft im Lenkungsausschuss ist persönlich und nicht
übertragbar. Der Oberbürgermeister lädt zu den Sitzungen des
Lenkungsausschusses ein.
2. Begleitung durch eine Kommission des Rates der Stadt Wuppertal
RWE
und Verwaltungsspitze schlagen die Einsetzung einer begleitenden
Kommission durch den Rat der Stadt vor. Diese Kommission wird laufend
und umfassend vom Lenkungsausschuss über den Projektfortschritt
informiert.
3. Steuerung des operativen Projektablaufes durch eine Projektierung;
Zur
Strukturierung und Organisation des Projektes wird eine verantwortliche
Projektleitung eingerichtet. Die Aufgaben der Projektleitung werden
wahrgenommen durch je eine Mitarbeiterin bzw. Mitarbeiter der WSW AG,
RWE Rhein-Ruhr AG und Stadt.
Die
Projektleitung ist verantwortlich für eine sachgerechte Organisation
des Projektes und die Einhaltung der vom Lenkungsausschuss
vorgegebenen strategischen und ggf. operativen Ziele. Der
Projektleitung obliegt insbesondere der Aufbau einer operativen
Projektorganisation, die im Einzelfall erforderliche Bildung von
Arbeits- bzw. Projektgruppen und die Einschaltung und Beauftragung
externer Berater.
Die
Projektleitung berichtet regelmäßig über den Projektverlauf und über
(Teil-) Ergebnisse. Alleiniger Adressat der Informationen und Berichte
der Projektleitung ist der Lenkungsausschuss. Dabei ist die Sicherung
der Vertraulichkeit durch geeignete Maßnahmen sicherzustellen.
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Dr.
Widera
Südmeier
Jung
Dr. Slawig
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