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Ecuador gegen Chevron
26.11.2013 | 11:43 Uhr

20.11.2013 BERLIN

Die ökologischen Schulden der Industrieländer

Zu den aktuellen Auseinandersetzungen zwischen Ecuador und dem Erdölkonzern Chevron befragte german-foreign-policy.com den Botschafter der Republik Ecuador in Deutschland, Jorge Jurado.

german-foreign-policy.com: Herr Botschafter Jurado, worum geht es beim Streit zwischen Ecuador und Chevron?

Jorge Jurado: Genau genommen geht es heute um einen Rechtsstreit zwischen dem Unternehmen Chevron, das seinen Hauptsitz in den USA hat, und einer zivilgesellschaftlichen Organisation der von den Umweltschäden betroffenen Ecuadorianer. Dieses transnationale Unternehmen hat 2001 Texaco übernommen und stellt gegenwärtig die zweitgrößte Erdölfirma der USA und die siebtgrößte der Welt dar. Texaco arbeitete zwischen 1964 und 1992 in Ecuador. In dieser Zeitspanne war Texaco für das Auslaufen von 71 Millionen Liter an Erdölrückständen und 64 Millionen Liter Rohöl auf mehr als zwei Millionen Hektar des ecuadorianischen Amazonas verantwortlich, wie ein Gerichtshof in Ecuador nach neun Jahren Gerichtsverfahren feststellte. Das Wasser, das die Bevölkerung trinkt, in der sie fischt und badet, ist hochgradig verschmutzt und die betroffene Bevölkerung fordert Entschädigung. Und zu Recht: Der Artikel 46 des Vertrags zur Erdölförderung, den Texaco und das staatliche Erdölunternehmen Ecuadors unterzeichneten, sah explizit vor, dass das multinationale Unternehmen sich verpflichtet, Technologien zu nutzen, die über Systeme zur sicheren Wiedereinleitung toxischer Abfallstoffe in tiefe Bodenschichten verfügen. Zum damaligen Zeitpunkt hatte das Unternehmen eine Technologie patentiert, welche die negativen Auswirkungen der Erdölförderung beträchtlich verringert; diese hatte sie bereits in den Vereinigten Staaten verwendet. Aber in Ecuador hat Texaco diese Technologie nicht angewendet, um höhere wirtschaftliche Gewinne zu erzielen.

Auch erfüllte Texaco seine Verpflichtung zur Umweltsanierung nicht: Das Unternehmen verdeckte hunderte von Becken voller toxischer Rückstände in Folge der Erdölförderungsmaßnahmen, indem sie diese mit einer Erdschicht bedeckte. Bis zum heutigen Tag verschmutzen diese Becken kontinuierlich den Boden und das Wasser des ecuadorianischen Amazonas.

gfp.com: Wer prozessiert nun, und was ist das Ergebnis?



Link:  das komplette Interview bei GFP

 
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