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Sklavenmarkt in Libyen

08.09.2017

Arles ist die wunderschöne, uralte Römerstadt am unteren Rhonelauf, am Eingang zum Flussdelta der Camargue. Julius Cäsar hatte sie im ersten Jahrhundert vor Christus zur Hauptstadt des eben eroberten Gallien erhoben. Heute ist Arles die Welthauptstadt der Fotografie. In jedem Sommer stellen dort die berühmtesten internationalen Fotografinnen und Fotografen ihre Bilder aus. Zehntausende aus der ganzen Welt strömen dann ins französische Arles.

SCHLEPPERGEFÄNGNIS. In diesem Jahr geschah etwas Überraschendes. Ein völlig unbekannter US-amerikanischer Fotograf zog in einer kleinen Galerie am südlichen Ende der Stadt die meisten Blicke auf sich. Nicht enden wollende Schlangen von Menschen standen vor dem bescheidenen Lokal. Samuel Gratacap war es gelungen, unerkannt in ein libysches Schleppergefängnis in der kleinen Hafenstadt Zaouia, östlich von Tripolis, einzudringen und mit den gepeinigten Insassen – Frauen, Männer, Kinder – zu reden.
Die Internationale Organisation für Migration, mit Hauptsitz in Genf, titelte ihren kürzlich erschienenen Bericht: «Sklavenmarkt in Libyen». Die Schwerverbrecher, welche die geplagten Familien berauben und später aus seeuntüchtigen Gummibooten drängen, haben ein zusätzliches Geschäftsfeld entdeckt: Sie zwingen Asylsuchende, telefonisch von ihren Familien in Syrien, Nigeria oder Bangladesh Lösegeld zu verlangen, das an einen Mittelsmann überwiesen werden muss. Das gelingt meistens, weil die Angehörigen die Schreie ihrer gequälten Verwandten am Telefon hören. Die Betonköpfe in Brüssel schauen weg. Sie haben sich auf eine neue Strategie geeinigt. Seit Juli darf kein Rettungsschiff von Nichtregierungsorganisationen näher als 23 Seemeilen an die libysche Küste vordringen. In den Wochen zuvor konnten sie bis zur Grenze der libyschen Territorialgewässer, also bis zu 12 Seemeilen vor der Küste, Menschen retten. Zudem soll die von der EU ausgerüstete, völlig korrupte libysche Küstenwache Flüchtlinge abschrecken.
Fazit: Die Zahl der Flüchtlinge, die in Italien ankommen, ist um 57 Prozent gesunken. Die Hilfsorganisation «Ärzte ohne Grenzen» geht davon aus, dass als Folge der Behinderung der Rettungsschiffe weitere viele Tausend Menschen im Mittelmeer ertrinken werden.

VERRAT IN BRÜSSEL. Robert Schuman, Held der Résistance, französischer Aussenminister und 1957 Unterzeichner der Gründungscharta der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft, sagte in einer visionären Rede am 9. Mai 1950: «Europa wird durch konkrete Tatsachen entstehen, die zunächst eine Solidarität der Tat schaffen.» Mit ihrer mörderischen Abschreckungspolitik gegen hilflose, verzweifelte Flüchtlinge verraten die EU-Mitgliedstaaten das Gründungsversprechen ihrer Gemeinschaft. Sie begehen tagtäglich im Mittelmeer Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Jean Ziegler ist Soziologe, Vizepräsident des beratenden Ausschusses des Uno-Menschenrechtsrates und Autor. Sein neuestes Buch, «Der schmale Grat der Hoffnung», ist im März 2017 auf deutsch erschienen

 

 
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Alles, nur nicht Merz

Jens Berger

Angela Merkel wird den Parteivorsitz abgeben. Via BILD brachte sich bereits wenige Sekunden nach dieser Meldung Friedrich Merz als möglichen Nachfolger ins Spiel. Merz wäre der wohl größte anzunehmende politische Unfall, der Deutschland passieren könnte. Er sei das personifizierte trojanische Pferd der Wall Street und der transatlantischen Netzwerke. Der Deutschland-Repräsentant von BlackRock und Vorstandsvorsitzende der Atlantik Brücke. Von Jens Berger.

Instrumentalisierung der Verunsicherung

Mit Sicherheit in den Abgrund: Kaum eine Frage bewegt heute die Öffentlichkeit mehr als die Frage der Sicherheit. Schon jetzt sind die Folgen unübersehbar. Ein Kommentar von Thomas Gebauer im Medico-Rundschreiben 03/18

Katalanische Gefangene im Hungerstreik

Dem Hungerstreik des Ex-Regierungssprechers Jordi Sànchez haben sich zwei weitere ehemalige Minister angeschlossen. Seit über einem Jahr sitzt der ehemalige Chef der großen zivilgesellschaftlichen Organisation "Katalanischer Nationalkongress" (ANC), Jordi Sànchez, im Gefängnis. Am 1.12.18 ist er mit dem früheren Regierungssprecher Jordi Turull in den Hungerstreik getreten. Artikel bei Telepolis

Foto der exilierten und politischen Gefangenen

Video1 Video2 zum Thema:

Buchempfehlung

Ein schönes Weihnachtsgeschenk für Sozialinteressierte: Der soziale Staat von Renate Dillmann und Arian Schiffer-Nasserie: Über nützliche Armut und ihre Verwaltung, Ökonomische Grundlagen, Politische Maßnahmen und Historische Etappen; erschienen im VSA-Verlag.

 

Termine für den Zeitraum November 2018 bis Juni 2019

November 2018
Datum Uhrzeit Ort Thema Referent
06.11.2018 19:00 Alte reformierte Kirche Elberfeld, Wuppertal 1918 Aufstand der Matrosen
Matrosen Knüffken...
Lesung
Rolf Becker
06.11.2018 19:30 Börse Wuppertal, Wolkenburg 100 „Black Rock – wie sich das Finanzkapital die Welt zu eigen macht.“ Jens Berger, Nachdenkseiten
10.11.2018 13:00 Bahnhofsvorplatz Wuppertal Hbf Demo: Für ein solidarisches Miteinander – Gemeinsam gegen rechte Hetze
24.11.2018 14 - 18 Börse Wuppertal, Wolkenburg 100 Katalonien von unten zwischen Unabhängigkeit und Basisorganisation Ana Lopez, CDR
Aina Talle, CUP
28.11.2018 13:30 - 17:30 Bochum, BlueSquare der Uni, Kortumstr. 90 Bochum Symposium über KIK Prozess (siehe 29.11.): 258 Tote Arbeiter in Pakistan ECCHR, Clean Cloth Campain, medico u.a.
28.11.2018 20:00 Studio Schauspielhaus Dortmund, Theaterkarree 1-3, (ehemals Kuhstr. 12) 20 min Video Brand in Textilfabrik Pakistan mit 258 Toten. Forensic Architects
29.11.2018 12:00 Dortmund, Kaiserstr. 34, Landgericht Klage gegen KiK wegen 258 Toten einer Textilfabrik
Dezember 2018
Datum Uhrzeit Ort Thema Referent
01.12.2018 12 Köln: Deutzer Werft Berlin: Kanzleramt Demo Kohle stoppen - Klimaschutz jetzt
01.12.2018 14:00 Bürgerzentrum Alte Feuerwache Köln, Großes Forum, Melchiorstr. 3, 50670 Köln (Nähe Ebertplatz) Der soziale Staat – Über nützliche Armut und ihre Verwaltung Renate Dillmann, Journalistin und Autorin („China – ein Lehrstück“, 2009), und Arian Schiffer-Nasserie, Professor für Sozial- und Migrationspolitik
08.12.2018 13:00 - 17:00 Friedrich-Ebert-Straße 34-38, 40210 Düsseldorf Landesweite Demonstration – Polizeigesetz NRW stoppen!
Januar 2019
Datum Uhrzeit Ort Thema Referent
11.01.2019 18:00 Deutsche Jugendherberge Köln Riehl, An der Schanz 14, Köln Gegen die Zerstörung von Herz und Hirn Wolfgang Hien
Februar 2019
Datum Uhrzeit Ort Thema Referent
03.02.2019 11:00 - 15:00 Wuppertal, Rudolfstr.125, Seminarraum Tacheles Krieg und Frieden
Workshop
Willy van Oyen
März 2019
Datum Uhrzeit Ort Thema Referent
09.03.2019 14:00 Wuppertal, Gathe, Alte Feuerwache Demokratie mit Karl Marx, Workshop Andreas Fisahn

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