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Uber in der Schweiz trickst mit erfundenen Löhnen

06.03.2018

Der Taxidienst Uber wechselt die Strategie und setzt neu auf Subunternehmer. Drei davon sind jetzt in Genf mit illegalen Praktiken aufgeflogen.

PROTEST: Die Genfer haben genug von den miesen Spielchen bei Uber. (Foto: Keystone)

Löhne von teils unter zehn Franken pro Stunde, weit über 45 Stunden Arbeitszeit pro Woche und Sozialabgabe-Bschiss in sechsstelliger Höhe: Das ist das neue System, nach dem der amerikanische Dumping-Taxidienst Uber in der Schweiz operiert. Jetzt ist es aufgeflogen, nachdem im Dezember rund zwanzig Uber-Fahrer in Genf gestreikt haben – zum ersten Mal in der Schweiz (work berichtete).
NEUE TRICKS

Der Hintergrund: Uber sieht seine Fahrerinnen als «selbständige Partner». Um Kosten zu sparen, weigert sich der US-Gigant, die Fahrer anzustellen oder für sie Sozialabgaben wie AHV oder Pensionskasse zu bezahlen. Nun aber gerät Uber mit diesem Vorgehen immer mehr unter Druck, sagt Roman Künzler, Transportfachmann bei der Unia: «Die Suva und die Schweizer Behörden akzeptieren die Fahrer nicht als Selbständige.»

Also griff das Uber-Management einmal mehr in die Trickkiste: Jetzt arbeitet es mit Schweizer «Partnerfirmen» zusammen. Diese stellen die Fahrer an. Tätig sind sie aber ausschliesslich für Uber. Allerdings zu noch schlechteren Bedingungen als Fahrer, die direkt mit Uber abrechnen.

Drei solche Firmen sind mittlerweile bekannt: Star Limoluxe, Pégase ­Léman und Diagne Limousine. Alle drei operierten bis vor kurzem in Genf. Und tricksten auch, kritisiert Umberto Bandiera von der Unia Genf: «Mit falschen Angaben haben sie Arbeits- und Aufenthaltsbewilligungen für ihre An­gestellten erschlichen.»

    Es geht um mehrere Hunderttausend Franken.

Dokumente, die work vorliegen, zeigen: Gegenüber den Behörden gab Pégase Léman einen Monatslohn von 3000 Franken netto an. Faktisch zahlte sie dem Fahrer nur zwischen 500 und 1200 Franken aus. Unia-Mann Bandiera stellt klar: «Bei solchen Dumpinglöhnen hätten die Behörden niemals eine Bewilligung erteilt.» Die drei Firmen wollten zu der Kritik keine Stellung nehmen. Uber wäscht seine Hände in Unschuld. Zu den «Geschäftspraktiken anderer Unternehmen» mache man keine Aussage. Man habe den Partnerfirmen «keine entsprechenden Ratschläge erteilt». Als man darauf aufmerksam wurde, «dass einzelne Unternehmen ihre Fahrer nicht richtig behandelten», habe Uber den Genfer Behörden «sofort unsere Zusammenarbeit angeboten».
ILLEGALE PRAKTIKEN

Zudem zogen die Firmen den Fahrern Beiträge für AHV, Pensionskasse und so weiter ab – meldeten sie aber nicht bei den Sozialversicherungen an. Für Bandiera ist klar: «Das ist illegal. Die haben die Beiträge selber eingesackt und die Fahrer schwarzarbeiten lassen.» Die drei Firmen flogen auf, weil sich die Fahrer wehrten und mit der Unia Kontakt aufnahmen. Aber der Bschiss geht weiter, ist Unia-Mann Bandiera überzeugt. Und nicht nur in Genf, wie ein Brief aus Zürich zeigt, der work ebenfalls vorliegt. Darin preist Uber sein «Flottenpartner-Modell» an, bei dem Uber den Taxifirmen zusätzliche Fahrten vermittelt.

Seit dem Streik im Dezember hat die Unia unter der Führung des Kantons Genf mit Pégase Léman eine Mediation durchgeführt. Immerhin habe die Firma jetzt 30’000 Franken hinterlegt, um die Sozialabgaben nachzubezahlen, sagt Ban­diera. «Aber bei den Löhnen, die die Fahrer zugute haben, sind noch viele Fragen offen.» Ganz der Mediation verweigert hat sich Star Limoluxe.

Ein Verfahren vor dem Genfer Büro für kollektive Arbeitsbeziehungen brachte zahlreiche Gesetzesverstösse zutage, aber keine Lösung. Deshalb gehen rund zwanzig Fahrer jetzt vor Arbeitsgericht. Unia-Mann Bandiera unterstützt sie. Insgesamt, sagt er, gehe es um mehrere Hunderttausend Franken.

aus der Schweizer Gewerkschaftszeitung Work

 

siehe auch Streikmeldung von heute in Griechenland

 
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Termine für den Zeitraum November 2018 bis Juni 2019

November 2018
Datum Uhrzeit Ort Thema Referent
06.11.2018 19:00 Alte reformierte Kirche Elberfeld, Wuppertal 1918 Aufstand der Matrosen
Matrosen Knüffken...
Lesung
Rolf Becker
06.11.2018 19:30 Börse Wuppertal, Wolkenburg 100 „Black Rock – wie sich das Finanzkapital die Welt zu eigen macht.“ Jens Berger, Nachdenkseiten
10.11.2018 13:00 Bahnhofsvorplatz Wuppertal Hbf Demo: Für ein solidarisches Miteinander – Gemeinsam gegen rechte Hetze
24.11.2018 14 - 18 Börse Wuppertal, Wolkenburg 100 Katalonien von unten zwischen Unabhängigkeit und Basisorganisation Ana Lopez, CDR
Aina Talle, CUP
28.11.2018 13:30 - 17:30 Bochum, BlueSquare der Uni, Kortumstr. 90 Bochum Symposium über KIK Prozess (siehe 29.11.): 258 Tote Arbeiter in Pakistan ECCHR, Clean Cloth Campain, medico u.a.
28.11.2018 20:00 Studio Schauspielhaus Dortmund, Theaterkarree 1-3, (ehemals Kuhstr. 12) 20 min Video Brand in Textilfabrik Pakistan mit 258 Toten. Forensic Architects
29.11.2018 12:00 Dortmund, Kaiserstr. 34, Landgericht Klage gegen KiK wegen 258 Toten einer Textilfabrik
Dezember 2018
Datum Uhrzeit Ort Thema Referent
01.12.2018 12 Köln: Deutzer Werft Berlin: Kanzleramt Demo Kohle stoppen - Klimaschutz jetzt
01.12.2018 14:00 Bürgerzentrum Alte Feuerwache Köln, Großes Forum, Melchiorstr. 3, 50670 Köln (Nähe Ebertplatz) Der soziale Staat – Über nützliche Armut und ihre Verwaltung Renate Dillmann, Journalistin und Autorin („China – ein Lehrstück“, 2009), und Arian Schiffer-Nasserie, Professor für Sozial- und Migrationspolitik
08.12.2018 13:00 - 17:00 Friedrich-Ebert-Straße 34-38, 40210 Düsseldorf Landesweite Demonstration – Polizeigesetz NRW stoppen!
Januar 2019
Datum Uhrzeit Ort Thema Referent
11.01.2019 18:00 Deutsche Jugendherberge Köln Riehl, An der Schanz 14, Köln Gegen die Zerstörung von Herz und Hirn Wolfgang Hien
Februar 2019
Datum Uhrzeit Ort Thema Referent
03.02.2019 11:00 - 15:00 Wuppertal, Rudolfstr.125, Seminarraum Tacheles Krieg und Frieden
Workshop
Willy van Oyen
März 2019
Datum Uhrzeit Ort Thema Referent
09.03.2019 14:00 Wuppertal, Gathe, Alte Feuerwache Demokratie mit Karl Marx, Workshop Andreas Fisahn

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