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Die Spur der Stanser Waffenschieber

22.11.2018

Ernesto Che Guevara, der argentinische Arzt und Kommandant der bolivianischen Befreiungsarmee, war mit den letzten 18 seiner ­Guerrilleros in der Quebrada del Yuro, einer engen Schlucht zwischen zwei Bergketten in Südbolivien, eingekesselt. Er wurde gefangen genommen und in das Schulhaus des Dorfes La Higuera gebracht. Dort erschoss ihn in der Nacht vom 8. auf den 9. Oktober 1967 der Unteroffizier Mario Terán. Mit einem Schweizer Sturm­gewehr. Die Firma SIG Schaffhausen hatte es der Killertruppe des bolivianischen Diktators René Barrientos verkauft.

KOMPLIZEN AUS STANS. Die blutige Spur der Schweizer Waffenschieber zieht sich durch die Geschichte der Dritten Welt. Das vorläufig letzte Verbrechen der helvetischen Händler mit dem Tod ist Ende Oktober in Saudiarabien aufge­flogen. Beim Pilatus-Konzern in Stans NW bauen 2000 Angestellte Flugzeuge, die weltweit als Schulungsflugzeuge angepriesen werden. Die meisten von ihnen werden jedoch ausserhalb der Schweizer Grenze mit Bord­kanonen und schweren Maschinengewehren zu Kampfflugzeugen umgerüstet.

Die Arroganz der Pilatus-Bosse ist abgrundtief. Im Geschäftsbericht 2017 verkünden sie stolz, dass es ihnen gelungen sei, einen neuen sogenannten Supportvertrag mit der ­saudischen Luftwaffe abzuschliessen. Im Pilatus-Stützpunkt von Riad steige die Zahl der ­Mitarbeiter rasant, heisst es weiter.

    Ohne den Pilatus-Konzern könnte die­ saudische Luftwaffe ihren Krieg in Jemen nicht führen.

Sie rüsten nämlich nicht nur die Flugzeuge auf, sondern stellen auch die Trainings-Infrastruktur zur Verfügung. Zum Beispiel die Simulatoren, ein weltweit begehrtes effizientes Produkt schweizerischer Präzisionsindustrie. Beat Gerber ist Sprecher von Amnesty ­International Schweiz. Er stellt trocken fest: «Ohne intensives Training könnten die ­Kampfpiloten der saudischen Luftwaffe in Jemen keine Ziele angreifen und Bomben abwerfen.»

Ein Bundesgesetz verlangt, dass Support­verträge mit ausländischen Armeen dem Departement des Äusseren (EDA) gemeldet werden müssen. Der Stanser Konzern hat das jedoch nicht getan. Der neuste Vertrag mit den saudischen Massenmördern datiert von Anfang 2017. Das Bundesgesetz – auch «Söldner-Gesetz» genannt – ist streng. Wer es verletzt, riskiert Haft und hohe Bussen.

100’000 TOTE. Seit März 2015 führt eine Koalition Saudiarabiens mit den Vereinigten Arabischen Emiraten gegen den schiitischen Teil der Bevölkerung Jemens einen fürchterlichen Vernichtungskrieg. Dabei herrscht Arbeitsteilung unter den Massenmördern: Die Vereinigten Arabischen Emirate stellen die Bodentruppen, die Saudis führen den Krieg aus der Luft. Sie bombardieren systematisch Spitäler, Schulen, Schulbusse und Wohnquartiere. Gemäss Uno sind in den vergangenen drei Jahren über 100’000 jemenitische Kinder, Frauen und Männer verwundet oder getötet worden.

Es ist zu hoffen, dass Bundesrat und Parlament endlich erwachen und dass die Pilatus-Mogule schleunigst ihre gerechte Strafe erhalten.

Jean Ziegler ist Soziologe, Vizepräsident des beratenden ­Ausschusses des Uno-Menschenrechtsrates und Autor.

 
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Termine für den Zeitraum Dezember 2018 bis Juli 2019

Dezember 2018
Datum Uhrzeit Ort Thema Referent
01.12.2018 12 Köln: Deutzer Werft Berlin: Kanzleramt Demo Kohle stoppen - Klimaschutz jetzt
01.12.2018 14:00 Bürgerzentrum Alte Feuerwache Köln, Großes Forum, Melchiorstr. 3, 50670 Köln (Nähe Ebertplatz) Der soziale Staat – Über nützliche Armut und ihre Verwaltung Renate Dillmann, Journalistin und Autorin („China – ein Lehrstück“, 2009), und Arian Schiffer-Nasserie, Professor für Sozial- und Migrationspolitik
08.12.2018 13:00 - 17:00 Friedrich-Ebert-Straße 34-38, 40210 Düsseldorf Landesweite Demonstration – Polizeigesetz NRW stoppen!
Januar 2019
Datum Uhrzeit Ort Thema Referent
11.01.2019 18:30 Deutsche Jugendherberge Köln Riehl, An der Schanz 14, Köln Gegen die Zerstörung von Herz und Hirn Wolfgang Hien
Peter Birke
12.01.2019 17:00 Karl-Liebknecht-Haus, Kleine Alexanderstr. 28, Berlin Katalonien nach dem Machtwechsel in Madrid Eulàlia Reguant
Raul Zelik
13.01.2019 10:00 Berlin Frankfurter Tor Luxemburg/Liebknecht-Demo
15.01.2019 18:00 Olaf-Palme-Platz Gedenken Liebknecht und Luxemburg zum 100. Jahrestag
19.01.2019 12:00 Berlin, Brandenburger Tor Demo: Wir haben Agrarindustrie satt!
Februar 2019
Datum Uhrzeit Ort Thema Referent
03.02.2019 11:00 - 15:00 Wuppertal, Rudolfstr.125, Seminarraum Tacheles Krieg und Frieden
Workshop
Willy van Oyen
März 2019
Datum Uhrzeit Ort Thema Referent
09.03.2019 14:00 Wuppertal, Gathe, Alte Feuerwache Demokratie mit Karl Marx, Workshop Andreas Fisahn

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