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Journalisten geben AfD-Chef in Düsseldorf eine Bühne

21.02.2017

Der Deutsche Journalistenverband (DJV) hat zur nicht öffentlichen Veranstaltung „Schwindende Medienvielfalt in Nordrhein-Westfalen“ in der Landesanstalt für Medien in Düsseldorf am 6. März, neben den PolitikerInnen aus CDU, FDP, Grüne, Linke und SPD, den Vorsitzenden der NRW-AfD, Markus Pretzell eingeladen. Der DJV und ebenso die anwesenden Politiker machen sich zu SteigbügelhalterInnen für eine Partei deren Mitglieder immer wieder durch rassistische, antisemitische, islamophobe und homophobe Äußerungen auffallen.
Das Bündnis „Düsseldorf stellt sich quer“ (DSSQ) hat nachdem man den DJV im persönlichen Gespräch nicht davon überzeugen konnte, welche gefährlichen und verheerenden Folgen es hat, wenn AfD-PolitikerInnen ein Podium für ihre rassistischen Positionen bereitet wird, folgenden offenen Brief an den DJV verfasst:

Offener Brief an die Geschäftsführung und Mitglieder des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV)

Kein Podium für die AfD!

Düsseldorf, den 20.2.2017

Sehr geehrter Herr Zimmermann,
sehr geehrte Damen und Herren,

mit Erschrecken haben wir zur Kenntnis genommen, dass Sie zu Ihrer Veranstaltung „Schwindende Medienvielfalt in Nordrhein-Westfalen“ am 6. März um 18 Uhr in der Landesanstalt für Medien in Düsseldorf den Vorsitzenden der NRW-AfD, Markus Pretzell, eingeladen haben. Im Vorfeld dieses offenen Briefes haben wir im persönlichen Gespräch
versucht, über die gefährlichen und verheerenden Folgen aufzuklären, wenn Politiker_innen der AfD ein Podium für ihre rassistischen Positionen bereitet wird. Leider konnten wir Sie nicht überzeugen, sodass wir uns nun für die Veröffentlichung dieses Skandals entschieden haben. Laut Pretzells Aussagen ist die AfD die „Partei von Pegida”. Gerade Pegida-Teilnehmer_innen haben den widerlichen Slogan „Lügenpresse“ etabliert.

Bisher galt in Düsseldorf die „Hegemonie der Anständigen“ (Zitat des Oberbürgermeisters Geisel). Hier gab es keine Veranstaltung der AfD ohne Protest. Nicht nachvollziehbar ist daher, dass Sie und Ihr Verband in einer nicht öffentlichen Sitzung mit Rassist_innen über schwindende Medienvielfalt diskutieren wollen – und damit explizit dieses Selbstverständnis in der Landeshauptstadt in Frage stellen.

Bei den Veranstaltungen, die die AfD in der Messe Düsseldorf sowie im Geschwister-Scholl-Gymnasium durchgeführt hat, haben die drei großen Bündnisse der Stadt (Düsseldorfer Appell, Düsseldorf ist bunt und DSSQ) gesellschaftlich breite Gegenproteste organisiert.

Wir bitten Sie daher höflichst, den Wunsch der Düsseldorferinnen und Düsseldorfer zu respektieren, dass Veranstaltungen mit Rassist_innen nach wie vor unerwünscht sind, und fordern Sie daher auf, der AfD kein Podium zu bieten.

Denn in Düsseldorf ist kein Platz für Rassismus.

Bündnis Düsseldorf stellt sich quer

Das Demokratieverständnis des DJV-Landesvorsitzenden Frank Stach wird durch folgende Aussage verdeutlicht: „Wir begeben uns nicht auf das Niveau der AfD, das heißt, wir ignorieren eine Partei nicht, nur weil sie uns nicht passt. Wir wollen in den journalistischen Diskurs mit dieser Partei zum Thema Medienpolitik gehen und ihre Argumente hören.“
Die Argumente einer solchen Partei müssen doch nicht gehört werden.  Es reicht doch wenn man sich deren Parteiprogramm oder deren sie unterstützende Medien wie z.B. Compact oder pi-news anschaut.  

Gegenüber der schier unerschöpflichen Diskutierlaune unterschiedlichster Gruppen mit der AfD

(was letztlich nur darauf hinausläuft, dass der AfD immer wieder eine Bühne zur Selbstdarstellung geboten wird) wurde in der Gemeinde Südstadt (Wuppertal) klare Kante gezeigt, indem das Presbyterium (bis auf das für die AfD kandidierende Mitglied) zurücktrat. Für die in der Tradition der Barmer Theologischen Erklärung Stehenden war die Gemeindearbeit zu einem unlösbaren Gewissenskonflikt geworden.

 

Dies ist ebenfalls gelebte Demokratie an der sich Politiker und Journalisten ein Beispiel nehmen sollten.

Der DJV sollte sich vor Augen halten, dass es zur Demokratie und zum Schutz der Verfassung gehört,

denen keine Bühne zu bieten, deren Interesse es ist eben diese auszuhebeln oder außer Kraft zu setzen.

 

 
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