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FaktenCheck Wuppertal: Klimakiller-Strom aus Wilhelmshaven

29.04.2017

WSW Energie und Wasser - Strategische Partnerschaft grandios gescheitert

Im Jahr 2009 wurde die WSW Energie und Wasser AG, der bis zu diesem Zeitpunkt in kommunalem Eigentum befindliche Wuppertaler Wasser- und Energieversorger, teilprivatisiert. Ein Drittel der Anteile gingen an den französischen Konzern GDF SUEZ (mittlerweile umbenannt in ENGIE). Von den Privatisierungsbefürwortern wurde dies als „strategische Partnerschaft“ gepriesen, ohne die die WSW nicht überlebensfähig seien. Eine Einschätzung, die schon zu diesem Zeitpunkt mehr als fragwürdig war. Denn kaum war eine ähnliche Partnerschaft der WSW mit RWE zu Bruch gegangen, warf man sich dem nächsten Mega-Konzern in die Arme, anstatt aus Fehlern zu lernen.
Es ist und war absurd zu glauben, dass es zwischen einem Stadtwerk und dem größten  Energiekonzern Europas, zugleich der drittgrößte der Welt, eine Partnerschaft auf Augenhöhe geben könne. ENGIE wollte sich mit dieser Beteiligung einen weiteren Zugang zum deutschen Energiemarkt verschaffen. Der Energieriese hat kein Interesse, die WSW zu stärken und die regionale Energieerzeugung zu erhalten oder gar auszuweiten. Dies alles haben die Kritiker/innen schon damals in die Waagschale geworfen, und wie man sieht, Recht behalten.
Mittlerweile stehen die Kraftwerke in Wuppertal zur Disposition. Die Schließung des Kraftwerks in Elberfeld ist beschlossene Sache. Das hocheffiziente Gas- und Dampfturbinenkraftwerk in Barmen steht meistens still, weil die Herstellungskosten des dort  produzierten Stroms häufig über dem Marktpreis liegen. Der Strom aus dem Kohlekraftwerk in Wilhelmshaven hingegen muss abgenommen werden, auch wenn dies unwirtschaftlich ist. Dies ist ein Ergebnis der strategischen Partnerschaft mit ENGIE.
Klimakiller und Millionengrab Wilhelmshaven
Das umstrittene Steinkohlekraftwerk von ENGIE in Wilhelmshaven, an dem die WSW beteiligt sind, produziert Energie ohne die umweltfreundliche Kraft-Wärme-Kopplung. Das  Kraftwerk ist ein „Klimakiller“. Der Meiler stößt  jährlich etwa 4,2 Millionen Tonnen CO2 aus. Mit der Effizienz des Kraftwerks ist es schon deshalb nicht weit her, da die anfallende Abwärme ungenutzt verpufft. Die Verbrennung von Kohle bleibt die klimaschädlichste Art, Strom zu erzeugen. Der Einsatz von Importkohle verschlechtert die Umweltbilanz noch. Zudem ist nicht sichergestellt, dass beim Abbau der Kohle ökologische, soziale Standards und die Menschenrechte eingehalten werden.
Die Beteiligung an diesem Kraftwerk ist für die WSW darüber hinaus ein wahrer Klotz am Bein. Der bestehende Stromliefervertrag verpflichtet die WSW, den Strom zum Herstellungspreis abzunehmen, auch dann, wenn dieser deutlich über dem Markpreis liegt. Allein im Jahre 2015 bescherte dies den WSW einen Verlust von 4 Millionen Euro. Da auch für die weiteren Jahre  hohe Verluste prognostiziert werden, musste das Unternehmen sehr hohe Rückstellungen vornehmen. Dies schmälert Gewinne, die dringend zur Unterstützung des Öffentlichen Nahverkehrs benötigt werden.
Die WSW haben mit der Kraftwerksgesellschaft Wilhelmshaven im Rahmen der „strategischen Partnerschaft“ einen langfristigen Stromliefervertrag abgeschlossen, so dass ein Ausstieg aus dem verlustreichen Geschäft mit enormen Kosten verbunden wäre. Der Global-Player ENGIE hat somit einen Teil des Geschäftsrisikos des Kohlekraftwerks auf den kleinen Wuppertaler Partner abgewälzt. Der Mega-Konzern wird die Fehlinvestition verschmerzen - die WSW hingegen könnten durch die verlustreiche Investition in eine Schieflage geraten.
Erhalt des kommunalen Stadtwerks
Die wirtschaftliche Lage der WSW Energie und Wasser AG sollte uns nicht gleichgültig sein. Der öffentliche Personennahverkehr in Wuppertal verursacht jedes Jahr ein Minus in Höhe von etwa 50 Millionen Euro. Noch können die Verluste des Nahverkehrs mit den Gewinnen  der WSW Energie und Wasser AG und der Abfallwirtschaftsgesellschaft ausgeglichen werden.
Statt sich als Anhängsel eines Global Players zu verstehen, sollten die WSW sich auf eigene Stärken besinnen: bürgernahe, energieeffiziente und klimafreundliche Energieerzeugung in kleinen Anlagen vor Ort. Die Nutzung von Kraft-Wärme-Kopplung (Blockheizkraftwerke) und der Einsatz erneuerbarer Energien entlasten Mensch und Umwelt. Neben der Energieerzeugung sollten die WSW auch mit Bürgergenossenschaften im Energiebereich eng kooperieren.

vollständiger FaktenCheck Wuppertal, Nr 2, Ausgabe 2 2017 als PDF-file

 
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Termine für den Zeitraum Oktober 2018 bis Mai 2019

November 2018
Datum Uhrzeit Ort Thema Referent
06.11.2018 19:00 Alte reformierte Kirche Elberfeld, Wuppertal 1918 Aufstand der Matrosen
Matrosen Knüffken...
Lesung
Rolf Becker
06.11.2018 19:30 Börse Wuppertal, Wolkenburg 100 „Black Rock – wie sich das Finanzkapital die Welt zu eigen macht.“ Jens Berger, Nachdenkseiten
10.11.2018 13:00 Bahnhofsvorplatz Wuppertal Hbf Demo: Für ein solidarisches Miteinander – Gemeinsam gegen rechte Hetze
24.11.2018 14 - 18 Börse Wuppertal, Wolkenburg 100 Katalonien von unten zwischen Unabhängigkeit und Basisorganisation Ana Lopez, CDR
Aina Talle, CUP
28.11.2018 13:30 - 17:30 Bochum, BlueSquare der Uni, Kortumstr. 90 Bochum Symposium über KIK Prozess (siehe 29.11.): 258 Tote Arbeiter in Pakistan ECCHR, Clean Cloth Campain, medico u.a.
28.11.2018 20:00 Studio Schauspielhaus Dortmund, Theaterkarree 1-3, (ehemals Kuhstr. 12) 20 min Video Brand in Textilfabrik Pakistan mit 258 Toten. Forensic Architects
29.11.2018 12:00 Dortmund, Kaiserstr. 34, Landgericht Klage gegen KiK wegen 258 Toten einer Textilfabrik
Dezember 2018
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01.12.2018 12 Köln: Deutzer Werft Berlin: Kanzleramt Demo Kohle stoppen - Klimaschutz jetzt
Januar 2019
Datum Uhrzeit Ort Thema Referent
11.01.2019 18:00 Deutsche Jugendherberge Köln Riehl, An der Schanz 14, Köln Gegen die Zerstörung von Herz und Hirn Wolfgang Hien
Februar 2019
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03.02.2019 11:00 - 15:00 Wuppertal, Rudolfstr.125, Seminarraum Tacheles Krieg und Frieden
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Willy van Oyen
März 2019
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