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Der „Fall Volkswagen“ in Brasilien

04.04.2016

Der „Fall Volkswagen“ in Brasilien

Fast zeitgleich mit dem Abgasskandal geriet VW im September 2015 wegen anderer Delikte kurzfristig in die Schlagzeilen. In Sao Paulo, Brasilien, wurde beim Ministerium für Öffentliche Angelegenheiten (Ministerio Público) öffentlich ein Dossier von mehreren hundert Seiten eingereicht, in dem VW vorgeworfen wird, „in der brasilianischen Militärdiktatur (1964-1985) schwere Menschenrechtsverletzungen begangen zu haben“.

Anlässlich des 50. Jahrestags des Militärputsch in Brasilien wurde seitens der brasilianischen Regierung eine Wahrheitskommission zur Ermittlung von Menschenrechtsverletzungen eingesetzt. Die Arbeitsgruppe 13 mit dem Titel Diktatur und Unterdrückung der Arbeiterinnen und Arbeiter und der Gewerkschaftsbewegung, die im April 2013 eingesetzt wurde, untersuchte das Unrecht gegenüber Arbeitnehmern. Ihr gehörten Vertreter der 10 Gewerkschaftsdachverbände Brasiliens an. Der Arbeitsgruppe war wichtig, nicht nur den militärischen Teil der Diktatur, sondern auch die Beteiligung von privaten und staatlichen Unternehmen zu untersuchen.

Der „Fall Volkswagen“

Eine Reisegruppe deutscher Chemiegewerkschafter, die sich im Spätsommer in Brasilien aufhielt, erfuhr zufällig von der Überreichung des Dossiers zum Fall Volkswagen am 22.9.2015 an die Staatsanwaltschaft. Eine Teilnehmerin der Gruppe hatte die Gelegenheit, an der Präsentation im Ministerio Publico teilzunehmen.

Sie hörte die Schilderungen des ehemaligen VW-Werkzeugmachers Lucio Bellentani (siehe Foto 2. von links) vom Juni 1972 um 23:30 Uhr:„Plötzlich spüre ich im Rücken ein Maschinengewehr. Ich drehe mich um und sehe den VW-Sicherheitschef Oberst Rudge mit einerWaffe.“ Lucio wird in die Personalabteilung gebracht und geschlagen. Später wurde er zum Geheimdienst gebracht, wo er tagelang gefoltert wurde.